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für die, die es interessiert ...

... ein kleiner Bericht über meine 3 1/2 Stunden in der Notaufnahme gestern.

Kurz vor 12 ... wir sind dort ... bitte setzen sie sich hin ... dann sitzen wir und viele laufen vorbei, keiner nimmt Notiz. Eine andere Patientin kommt rein und wird sofort vom zufällig aus dem Zimmer kommenden Arzt in Empfang genommen. Wir entscheiden, dass passives Sitzen nicht optimal ist und gehen auch hin ... wenige Minuten später bin ich in einem Zimmer ... sieht aus wie ein Wachraum mit vier Betten und jeweils mobilem Sichtschutz.

Oberkörper komplett freimachen und eine Art OP-Hemd anziehen (hinten offen), meine Kleidung wandert in einen großen Beutel.

Ich werde an einen Überwachungsmonitor gehängt ... der ab und zu laut piepst, weil mein Pulsschlag immer wieder doppelt gezählt wird, weil eine Elektrode manchmal auch die Botschaft der Nachbarelektrode mitempfängt. Ein EKG wird geschrieben.

Ein Pfleger will Blut abnehmen, findet keine Vene, sticht erst gar nicht.
Eine Pflegerin will Blut abnehmen, sticht, findet aber keine Vene.
Ein Arzt sticht und mit Müh und Not reicht der Zugang für die vier Röhrchen voller Blut fürs Labor aus.

Warten ... kurze Wortgeplänkel ... einzelne Fragen ... ich soll nun zum Lungenröntgen. Also laufe ich mit meinem Hemdchen durch die Wartehalle zum Schalter A ... warte dort im Flur und werde geröntgt.

Wieder zurück, nehme ich Beate mit, die nach Auskunft des Pflegers gerne in meine Nähe sein darf. Kaum ist Beate da, wird sie rausgeschickt.

Ein Ultraschallgerät wird hereingeschoben und mein Bauch wird nach Wasser abgesucht ... nix gefunden. Auch sonst wird natürlich der Bauch getastet, die Lunge und das Herz abgehört.

Warten, Beate geht ans Auto und wirft nochmal Geld in den Parkautomaten, Höchstparkzeit ist ja zwei Stunden.

Der Pfleger kommt und will Blut aus der Arterie nehmen, findet nix und verschwindet. Eine Frau kommt, will Blut aus dem Finger nehmen, findet nicht genug und geht dann ans Ohrläppchen.

Warten.

Ein Pfleger kommt und spritzt mir 40 mg Lasix ... weil meine Vene sehr klein ist, geht das nur mühsam und auf einmal verkantet das Röhrchen und verabschiedet sich. Mit einem neuen kleineren kommt er wieder.

Warten.

Der Arzt kommt und meint, ich dürfe bleiben, wolle aber nicht (wie ich ihm schon eingangs gesagt hatte).

Warten.

Der Arzt kommt mit dem Arztbrief, verabschiedet sich ... ich ziehe mich an und verschwinde, während schon das Bett für den nächsten Patienten gereinigt wird.

Engelbert 24.11.2017, 14.49

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Kommentare zu diesem Beitrag

27. von Engelbert

@ Mai-Anne: falls Du Statine verschrieben bekommen hast, dann überleg Dir's gut, ob du sie nehmen willst ...

vom 25.11.2017, 16.27
26. von Mai-Anne

mein gott, engelbert! da tust du mir richtig leid. so behandelt bzw. nicht behandelt zu werden, wenn's einem schlecht geht, man in sorge ist.... das ist einfach furchtbar. aber ähnlich hab ich das auch schon erlebt.
ich war letzte woche beim hausarzt, um den bericht des internisten zu besprechen (war dort um die durchgängigkeit der halsschlagader zu übeprüfen). mein hausarzt hat mich dann als erstes gefragt, warum ich beim hno-arzt war. ich: ich war nicht beim hno-arzt. er: ja doch, bei dr. h. ich überlege kurz und sage: bei dem war ich vor ca. 2 1/2 jahren. er: und warum haben sie sich von ihm die überweisung zum internisten geholt? ich: diese überweisung hab ich doch von ihnen bekommen...!!! da dreht er den monitor zu mir und zeigt mir, dass der internist den arztbrief an den hno-arzt adressiert, dann aber an meinen hausarzt per mail geschickt hat.... nach diesem ersten durcheinander konnnten wir uns dann langsam dem bericht zuwenden. der internist meinte, ich solle schauen, dass das schlechte cholesterin den wert von 100 nicht übersteigt. daraufhin bekam ich vom hausarzt ein rezept - ohne eine blutabnahme. der letzte cholesterinwert ist ca. 1 jahr alt. als ich zuhause den beipackzettel des medikaments las, standen darin als kontraindikationen alle die baustellen, die bei mir vorhanden sind. ich hab mich nicht getraut, die tabletten zu nehmen. nächste woche werd ich mich jetzt erneut beim hausarzt vorstellen....
einfach schrecklich, wenn man zum arzt muss... seit mein früherer hausarzt verstorben ist, kenne ich keinen arzt mehr, dem ich wirklich vertrauen kann....

vom 25.11.2017, 14.53
25. von Juttinchen

Ich finde nur ein Wort dafür. GRAUENVOLL.
Es kommt mir eher vor wie ein Packband an der Supermarktkasse. Du wirst einfach über den Scanner gezogen - das war's.
Auch bei der Notaufnahme sollte es menschlicher zugehen. Doch in der heutigen Zeit ist das wohl nicht mehr möglich.
Ich danke jeden Morgen meinem Schöpfer, dass ich so fit bin.

vom 25.11.2017, 11.20
24. von Engelbert

@ Sandra: ich nenne ihn Pfleger, richtig wäre Arzt im Praktikum, aber er wirkte eher wie ein Pfleger auf mich.

vom 24.11.2017, 23.16
23. von Christa HB

Ich kann es nachempfinden, dass Du lieber nach Hause wolltest. Notaufnahme ist nie schön und nie schnell, aber Du bist für Dich verantwortlich und weißt um die Risiken. Dein Wille ist maßgeblich auch wenn es für andere vielleicht unverständlich ist.

vom 24.11.2017, 23.09
22. von Sandra WU

Dein Bericht hat mich interessiert und ich würde an deiner Stelle trotz deiner Erfahrungen innerhalb der Notaufnahme nicht so leichtfertig mit der Gesundheit umgehen.

Notaufnahme ist Notaufnahme und die goldenen Zeiten wo man in der Notaufnahme sofort dran gekommen ist, sind leider auch bei uns in Österreich vorbei.

Was mich an deinen Bericht sehr erstaunt hat ist das bei euch ein Pfleger eine Spritze verabreichen darf. Blutabnahme kann bei uns auch eine diplomierte Kraft machen aber ein Pfleger?! .....Aber wahrscheinlich sind in deinen Land auch die Begriffe und das was eine Person tun darf anders definiert als in meinen Land. Andere Länder, andere Sprache usw.

Wie auch immer!
Du bist ein erwachsener Mensch und musst für dich selber entscheiden was für dich richtig ist und was nicht.

Hier wurde unter anderen auch schon einmal davon gesprochen eine Reha zu beantragen.

Ich finde das als eine sehr gute Idee.

Rede doch noch einmal mit deinen Internisten oder deiner Internistin.
Wenn du so viel kg in so kurzer Zeit abgenommen hast, dann wirkt sich das ja auch auf deinen Körper aus.

Ich kann dir nur aus Erfahrung sagen mein Bruder war erst vor kurzen in einer Reha.
(Seine Lunge ist vor 10 Jahren nach einer Grippe schwer beschädigt worden.) Zuerst wollte er nicht auf Reha gehen. Seine Frau konnte sich mit ihren Sorgen und Ängsten um ihn nicht durchsetzen aber seiner Schwester hat er dann doch zugehört und er hat mit seinen Lungenfacharzt gesprochen und der gab sofort das OK dazu.

Innerhalb der Reha hat mein Bruder für sich selber sehr viele neue Impulse bekommen und ich habe von ihm bereits mehr als einmal gehört...
"Danke Schwesterherz das du mich dazu überredet hast das zu tun."

Wie auch immer....Ich wünsche Dir von ganzen Herzen "Alles Liebe und Gute"

PS: Und Beate wünsche ich ein bisschen weniger Sorgen, denn wenn sie dich liebt dann ist ihr das Niemals egal wie es dir geht.

vom 24.11.2017, 23.06
21. von Gabi K

Ganz normaler Klinikwahnsinn, ist einfach so, läuft aber am Ende alles zusammen. Das die Betroffenen nicht lustig finden, kann ich zwar gut nachvollziehen, aber das liegt daran, dass man als Aussenstehender die in einer Klinik ineinander greifenden Rädchen nicht kennt. Immerhin hat der Pfleger nicht gestochen, weil er die Venen nicht gesehen hat. Geht doch!

vom 24.11.2017, 22.20
20. von ReginaE

Notaufnahme ist Notaufnahme und darüber sollte man sich klar sein.
Du hast es ganz richtig gemacht, auf der Station wäre es wohl kaum anders gelaufen.

Problematisch ist und wird es wohl immer wieder sein, die Blutabnahme. Ich habe über Jahre Blut beim Roten Kreuz und im Krankenhaus gespendet. Meine Adern liege optimal.
Jeder hat wohl seine körperliche Vor- und Nachteile.


vom 24.11.2017, 21.53
19. von Siggi

das kenne ich alles aus vielfacher Erfahrung seit Februar ...

vom 24.11.2017, 21.30
18. von Engelbert

Karen hat recht, das ist das typische Geschehen in einer Notaufnahme ... auf Station wäre es anders ... ich wollte nur mal zeigen, wie es dort so ist ...

vom 24.11.2017, 20.42
17. von Sonja

Ganz prima finde ich, wie du`s in deinem Blog kundgetan hast, dass also nicht jeder es lesen muss, sondern nur die dran interessierten...

vom 24.11.2017, 20.15
16. von Carola (Fürth)

Ist arg schwer DA Vertrauen zu finden, schlimme Stunden waren das dann ja .... und Engelbert, das Kasperltheater mit dem Blut, kann ich besonders nachfühlen, letztens beim Hausarzt .. eine Dame sticht super, spürt man kaum .. die war aber nicht da ! Und die andere, da schmerzte der Einstich und sie war unfähig mir ein Tröpfchen Blut zu entlocken. Begründung von ihr, ich hätte mehr Wasser trinken sollen vorher, dann brachte sie mir 1 Glas Wasser, probierte es nach 10 Min. ungefähr nochmal und es kam aber wieder so gut wie kein Blut .. :-/

vom 24.11.2017, 19.53
15. von charlotte

Schrecklich Engelbert, wie es im Krankenhaus vorgeht !
Wünsche Dir, dass Du den richtigen Arzt triffst.

Seit Jahren glaube ich an Homöopathie die von Samuel Hahnemann (1755-1843) in Deutschland entdeckt worden ist.

Besonders liebe Grüsse an Euch


vom 24.11.2017, 19.19
14. von Petra H.

Uniklinik Dresden - Sommer 2017- 16 Stunden Wartezeit - eingeliefert auf Station um 1.30 Uhr mit sofortiger OP am Morgen, da mein Knochen bereits angegriffen war. Am nächsten Morgen Visite - wir müssen das Schultergelenk komplett erneuern - OP in 1 Stunde.

Ich warte und warte - 12 Uhr kommt der Stationsarzt - sie können sofort nach Hause. Okay, mit dem eitrigen Arm? Ja es ist soweit alles okay mit ihnen.

Nerven liegen schon seit Februar wegen der Sache blank.

Immer Juli dann Einweisung in ein anderes KH. 1h Wartezeit - alles freundlich - alles wurde untersucht und nach 3h bekam ich ein Gespräch mit einer Oberärztin. Da mein Knochen voll unter Eiter stand bekam ich ein OP-Gespräch mit dem Chef und bekam 2 Tage später einen OP-Termin.
Alles ist bisher okay.

Nie wieder Uniklinik DD


vom 24.11.2017, 19.08
13. von Anne

Krass! Da wäre ich auch verschwunden....

vom 24.11.2017, 18.34
12. von licht

Hallo ! Ich kenn das zur genüge kann Seitenweis über Versagen der Aertzte schreiben. Wohne nicht mal in Deutschland sondern in der Schweiz. Da ein Hausartzt Jahre untätig wahr , trotz Regelmässiger Kontrolle, mein Mann ging es imm schlechter zum Heilpraktiker. Der schlug Alarm nur druch Bluntersuchung stelle fest Niere was defekt in Klinik nun Dank des Hausartztes der Regel nicht beachtete: Diabetis Patienten. haben Schwachpunkte unter anderm Niere. Das lernt sogar eine Pflegehilfe nun hat er noch 20% Leistung. Ich möchte keinem Angst machen ,aber ich wär auch gegangen. Ich erleb jetzt immer noch Aertzte die keine mehr sind. Merken nicht mal ein Beinbruch. Da soll man Vertrauen haben.? Ich habe sovieles erlebt und dachte ach ich nehm es zu ERnst es geht uns nur soNEIN ES GEHT Abwärts durch die Technik ,können Aertzte nicht mehr von SElbst entscheiden irgendwas läuft da ganz Gewaltig schief. Die alte Aerzte Garde von früher geht ja in Rnte was haben die nicht alles geleistet. Engelbert ich wünsche Dir von Herzen das Dir richtig geholfen wird, irgendwas stimmt nicht und keiner weiss warum mein Eindruck. Es tut mir leid aber ich wär auch gegangen. Gute Besserrung Mehr schreibe ich nicht,habe noch vieles böse erlebt mit den sogenanten Halb Göttern weisss !

vom 24.11.2017, 18.30
11. von Karen

Typischer Verlauf für die Notaufnahme. Dort sind sie verpflichtet, JEDEN anzunehmen, was dazu führt, dass Leute, die nicht gerade akut schwerstkrank sind, lange warten müssen. Das hat nichts mit Inkompetenz zu tun, sondern ist einfach nur dem System geschuldet - ärgerlich für die Betroffenen! Auf der "normalen" Station sieht das dann ganz anders aus.

vom 24.11.2017, 18.29
10. von Lieschen

das hört sich ja seh konfus an, dort wäre ich auch nicht geblieben, Vertrauen kann man da bestimmt niemanden, gute Besserung dir und einen guten Dr. der dir hilft und dich versteht

vom 24.11.2017, 18.11
9. von ixi

Wenn sich der Herzschwächepaameter sich um das vierfache verschlechtert hat, wäre ich nicht nach Hause gegangen.

vom 24.11.2017, 18.10
8. von philomena

Gut gemacht, ich wäre auch nach Hause gegangen. Da ist es besser für die Seele.

vom 24.11.2017, 17.57
7. von Birgit (Hildesheimer)

Auf der Station läuft das alles ganz anders. Da hat man einen Arzt. Wahrscheinlich in deinem Fall einen Internisten oder evtl Kardiologen. Da wäre es anders gewesen.
Ich wiederhole mich gern noch mal. Ich finde es nicht gut, dass du wieder gegangen bist!

vom 24.11.2017, 17.45
6. von Gerlinde

Ich bin prinzipiell für eine abklärende Nacht im KH - aber wenns in der Notaufnahme so arg ist, wird es im KH kaum besser sein.


vom 24.11.2017, 16.57
5. von anni1956, köln

oje, ich wäre auch gegangen, wenn ich mich nicht sterbenskrank gefühlt hätte...
klingt fürchterlich und nicht vertrauenderweckend. Ich wünsche dir gute Besserung.

vom 24.11.2017, 16.39
4. von christine b

oh mein gott, klingt nach durcheinander in der notaufnahme. keine freude für den patienten und ich verstehe, dass du heimgegangen bist.
vielleicht waren die täglichen wanderungen zu anstrengend, wenn auch gesund. vielleicht hilft dir mal nur die hälfte gehen. ich wünsche dir das allerbeste und dass alles wieder gut wird und dann so bleibt.

vom 24.11.2017, 16.05
3. von Hanna

Hört sich alles ein wenig konfus an,aber geblieben wäre ich auch nicht!

vom 24.11.2017, 15.47
2. von MOnika Sauerland

Wer nicht unbedingt muss sollte auch nicht bleiben. Ich finde das vollkommen o.k.

vom 24.11.2017, 15.07
1. von gerda

Es ist jedem seine persönliche Entscheidung ~ .. ich wär auch nicht geblieben ;

vom 24.11.2017, 15.02

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