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hochbegabung


Hochbegabung ... Jacquelines Eintrag (siehe hier) lässt mich nicht los.

Es gibt viele begabte Menschen auf dieser Welt, viele hochintelligente Kinder, für die es ein Leichtes ist, in der Schule gute Noten zu erreichen. Für die es aber ein Schweres ist, dass jemand ihr Potential fördert.

Denn Intelligenz ist eine sehr schöne Lebensgrundlage. Die aber nichts mit Lebenstüchtigkeit zu tun hat. Kinder sind ja noch unbeschriebene Blätter und können sich selbst nicht beurteilen, wie intelligent sie sind. Es fällt Ihnen leicht, dem Unterrichtsstoff der Schule zu folgen, ohne viel zu lernen.

Aber damit sie daraus etwas Gewinnbringendes für's Leben machen, brauchen sie Hilfe, Unterstützung und vor allem, dass man an sie glaubt und sie entdeckt.

Man ist "anders" als die anderen, in diesem Falle nicht stärker, kleiner oder größer, sondern intelligenter. Das führt zu Neid und zum Stellen in die Streberecke. Wäre man kräftiger und sportlicher als die anderen, würde sie zu einem aufsehen. Aber zur Intelligenz sehen Kinder nicht auf.

Es ist aber nie zu spät, selbst wenn man sein Potential erst im erwachsenen Alter, wenn man schon längst nur noch auf den bekannten Schienen hin und her fährt, entdeckt.

Dann schafft man am Besten die Rubrik "Rückblick (Ärger über verpasste Chancen)" ab und beginnt ab jetzt, an sich zu glauben und was draus zu machen.

Es ist als Erwachsener nicht so schlimm, schlauer als die anderen zu sein. Denn man hat mehr Überblick und darf Herr/Frau der Lage sein. Vielleicht ändern sich die Freunde, wenn man sich selbst auch ändert und als hochintelligent beginnt zu "outen". Aber andere Freunde sind ja keine schlechteren Freunde und alleine ist man, wenn man will, nie. Und als "ADDler" sowieso nicht.

Jacqueline hat ja ADD und gehört somit zur Rasse der Stehaufmännchen und -weibchen :). [nachträglich eingefügt: Jac hat "kein" ADD, siehe erster Kommentar hier]

Ich galt in der Schule übrigens auch als Streber. Und bis zur 9. Klasse lief das auch alles gut. Ohne viel zu lernen, so nebenbei.

Aber in der Handelsschule, als die Lernfächer kamen, die etwas mit Fleiss und Gedächtnis und nicht unbedingt mit IQ zu tun haben, da kam ich dann an meine Grenzen. Englisch zum Beispiel ... obwohl ... ich glaube, dass die Fähigkeit, Sprachen zu lernen, nichts mit Intelligenz zu tun hat. Sondern eine Begabung ist wie malen, musizieren oder schreiben.
 

Engelbert 28.01.2004, 11.36

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Kommentare zu diesem Beitrag

7. von Daniela

Mir stehen gerade die Tränen in den Augen nach Jaquelines Eintrag und den Meldungen hier.

Ich denke, dass es gut tun kann, nein, dass es gut tut, sich nach außen hin zu öffnen und preis zu geben, was hinter der menschlichen Fassade stattfindet. Langsam, sehr langsam lerne ich das und es ist jedesmal ein Schrittchen mehr in Richtung Glücklichkeit.

Eigentlich will ich dazu gar nicht viel schreiben an dieser Stelle, kommt sicher noch in meinem Blog. Nur eines noch, denn es tut mir im Herzen weh, das unkommentiert zu lassen:

"Es gibt viele begabte Menschen auf dieser Welt, viele hochintelligente Kinder, für die es ein Leichtes ist, in der Schule gute Noten zu erreichen."

Ja. Es gibt sie.
ABER es gibt auch sehr viele Kinder und später Erwachsene, die durch nichts auffallen.
Kinder, die entweder sehr früh und meist sehr schmerzhaft gelernt haben, sich anzupassen und ja um keinen Preis aufzufallen. Kinder, die absichtlich falsche Antworten auf Testbögen schreiben, um nicht durchwegs überall die Besten zu sein. Kinder, die sich wirklich jede Antwort im Unterricht verkneifen und Kinder, die gelernt haben, wie echt zu lächeln, obwohl sie innerlich die "Einfachkeit" der anderen belächeln - und vielleicht auch gerne so einfach wären, weil sie ihre eigene Lage nicht (mehr) ertragen können.

Neben "angepassten" Kindern, die Ursachen dafür außer Acht lassend, darf man auch nicht auf diejenigen vergessen, die ihr geistiges Potential einfach nicht umsetzen können. Sie haben es drauf, sind hoch- und höchstbegabt, ABER sie haben nie gelernt, ihre Begabung(en) umzusetzen, So umzusetzen, dass sie in der Schule erkannt, anerkannt wird/werden. Wenn man die ersten 10 Jahre seines Lebens einfach alles sofort kann und sich nie bemühen muss, sich irgendwas anzueignen, dann kann man zB mit einem Schulwechsel plötzlich ziemlich dumm dastehen. Wer nicht gelernt hat zu lernen, der kann auch schwer Gelerntes wiedergeben. (Ja, da steht absichtlich wiedergeben, denn das ist es, was hauptsächlich in Schulen gefordert wird).

Seiten könnte ich vollschreiben....

In Bremen gibt es ein ganz tolles Projekt zu diesem Thema, Grundschulkinder werden einen Tag in der Woche aus dem Unterricht herausgeholt und dürfen an diesem Tag auf ihrem Niveau arbeiten - in Projektgruppen besuchen sie die umliegenden Museen und dgl. und lernen so zB grundlegende Arbeitstechniken kennen. Nebenbei entsteht natürlich auch noch Kontakt zu Kindern und Familien der gleichen Wellenlänge.... Das ganze basiert nicht wie fälschlicherweise manchmal angenommen auf einem IQ-Test und dessen Ergebnissen. Es gibt dafür eigene Beobachtunslisten auf Grund derer Ergebnisse die Kinder ausgewählt und eingeladen werden.Nähere Infos können jederzeit bei mir abgeholt werden ;-)

vom 28.01.2004, 22.48
6. von erowyinn

auch, wenn ich selbst nicht zur kategorie "hochbegabt" gehöre (fehlen noch ein paar iq-pünktlis *ggg*), habe ich ähnliches auch schon oft erlebt in der schule und im studium, wo ich mich immer mit begeisterung eingesetzt habe und eigentlich doch ein emenge wusste (wobei die noten niemals danach aussahen, die lehrer schüttelten immer mit dem kopf und rauften sich die haare *lol*) ...

viele haben gelästert und geschimpft, über mich hergezogen. teilweise ziemlich bösartig sogar, ... das wurde im studium mal in einem seminar angesprochen und thematisiert. es gab jemanden, der hinter mit stand, und er hat es treffend kritisiert, was mich auch sehr bewegt hat:

"es ist doch schade, dass in einer leistungsgesellschaft und übherhaupt menschen dafür kritisiert werden, dass sie gute leistungen vollbringen, interesse und begeisterung zeigen und sich gerne für viele bereiche engangieren, ..."

ich war ihm in diesem moment ziemlich dankbar ...

vom 28.01.2004, 13.52
5. von Heide

Ich denke, das Problem ist Teil eines viel größeren Problems:

Wir achten zu wenig die "Besonderheiten" der anderen, wir werten viel zu schnell. Und so kommt es, dass "Abweichler" jeder Coleur schnell ins Abseits gelangen, seien es Hochbegabte, ADSler, besonders Kleine, Homosexuelle, ethnische oder religiöse Minderheiten in einer ziemlich homogenen Gruppe,...

Sicher fing Jac's Problem vor allem in der Schule an, aber doch auch zu Hause war sie, vielleicht sogar weil ihre Eltern ihr helfen wollten, unter Druck: Sie sollte ihre anderen Seiten stärken. Das finde ich nicht einmal so falsch, was aber falsch ist, einem Kind nicht ebenso zu vermitteln: Das ist deine Stärke. Bau sie aus!

Und was die Kinder betrifft: Sie lernen von den Erwachsenen. Und so lange außer gewissen Sportarten und einigen künstlerischen oder auch manchen pseudokünstlerischen Leistungen das Anderssein nicht begrüßt, sondern abgewertet wird, machen die Kinder es uns nach.

Ich habe mir vorgenommen, in der nächsten Zeit noch achtsamer mit denen umzugehen, die "anders" sind - weil sie, wie jeder Mensch, ihre Stärken haben, aber an Stellen haben, die momentan nicht so gefragt sind.



vom 28.01.2004, 13.37
4. von Ingi

Es gibt spezielle Begabungen wie z.B. im Bereich der Musik und es gibt Hochbegabungen, wo der IQ in ALLEN Bereichen (sprachlich, mathematisch etc.) über einem bestimmten Level liegt. Hochbegabung heißt auch nicht, besonders viel Faktenwissen angehäuft zu haben, sondern Hochbegabte denken anders und kommen deshalb mit dem reproduktiven Denken in der Schule nicht zurecht. Sie kommen anders zu ihren Ergebnissen und überhaupt zu anderen Ergebnissen.

Ein anderer Punkt ist die Leistungsfeindlichkeit unserer Gesellschaft und das fängt in der Grundschule an. Ich glaub' ich schreib mal bei mir weiter ;-)

vom 28.01.2004, 12.17
3. von Martin

Zitat:

Dann schafft man am Besten die Rubrik "Rückblick (Ärger über verpasste Chancen)" ab und beginnt ab jetzt, an sich zu glauben und was draus zu machen.

/Zitat

Wenns denn ja so einfach wäre..

ich glaube, es ist nicht nur der Ärger über die verpaßten Chancen, sondern es sind auch die Verletzungen, die man wegen seines "Andersseins" einstecken muß, die einem das Leben so schwer machen.

Und die Vergangenheit völlig hinter sich zu lassen und neu beginnen, diser Wunsch geht stark an den Realitäten vorbei. Irgendwie ist es so, daß einen die Vergangenheit immer wieder einholt, und sei es nur durch einen Geruch, eine Melodie oder eine kleine Bemerkung eines anderen Menschen. Und dann kommt wieder der Stich ins Herz und die alten Narben drohen wieder aufzugehen.

Was man lernen kann ist die Vergangenheit in seinen neuen Weg zu integrieren, sie als Teil seinerselbst und der eigenen Entwicklung zu betrachten. Und nicht jede verpaßte Chance war auch unbedingt schlecht für die eigene Entwicklung. Auf den Umwegen, die man deshalb macht, kann man auch eine Menge an Erfahrung sammeln im positiven Sinne...

vom 28.01.2004, 12.12
2. von zorra

Ich glaube wir sind alle hochbegabt in irgend etwas. Nur die meisten (ich auch) finden nicht raus in was. Warum? Vielleicht weil zuwenig gefördert, und gefördert sollte man nicht nur in der Schule, sondern auch vor allem von zu Hause, werden.

vom 28.01.2004, 12.00
1. von Jac


Nein, ich habe eben kein ADD!!!

Es ist nicht hundertprozentig auszuschliessen, aber es kann im Rahmen der sehr genauen Abklärung keinesfalls bestätigt werden.

Die Symptome von unerkannter HB und unerkanntem ADD sind sich sehr ähnlich, und das weiss ich eigentlich auch, habe ich doch einen Sohn, der beides hat - nur bei mir selber habe ich niemals daran gedacht.

Liebe Grüsse, Jac
(deren Stapel offenbar aus anderen Gründen enstehen!)

vom 28.01.2004, 11.53

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