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meine mutter (2)

Natürlich konnte sie nichts dafür ... sie war ja selbst Opfer der Zeit, der Geschichte. Kinderjahre in der Kriegszeit, eine sehr bestimmende, konservative, gefühlsarme Mutter, der Vater früh gestorben, sie durfte den Mann ihrer Liebe nicht heiraten, drei Ehen gescheitert, Krankheit ... das sind keine Voraussetzungen für ein selbstbewusstes, stabiles Leben. Ihr Leben war Pflicht, Arbeit, Kümmern ... und Grübeln.

Engelbert 07.04.2017, 12.21

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Kommentare zu diesem Beitrag

11. von gitte

Moin aus dem Norden !
Hallo Ihr Lieben.
Das ist ein wichtiges Thema.
Jetzt -mit 68 Jahren verstehe ich manches besser, was meine Kindheit belastet hat.
Wir Kinder tragen die Traumatisierungen in unserer Familie mit.
Zum Glück können wir heute darüber sprechen, das macht es etwas leichter.
Nachdem meine Mutti vor kurzem verstorben ist, ist Verstehen und Verzeihen möglich, denn die Eltern haben nach ihren Möglichkeiten gehandelt.
Liebe Grüße
Gitte

vom 08.04.2017, 08.55
10. von mira

... ich hatte zwei Tanten, sie waren mir wie große Schwestern (Jahrg. '28 u. '31), die ich gerne oft in meiner Nähe gehabt hätte. Mit ihnen verstand ich mich besser als mit meiner Mutter (Jahrg. 1917). Dann wurden sie alt und immer "komischer" - die Auflösung: im Ruhestand und besonders ion den letzten Jahren kamen die Traumata der Kriegszeit hoch, über die sie nie gesprochen hatten und deren Grauen nicht an Intensität verloren hat - anlässlich des Todes einer Tante - im letzten Jahr - kam ich mit der anderen Tante ins Gespräch und erfuhr etliche Neuigkeiten und ich leistete Abbitte, weil ich davor oft sauer auf sie war, waren sie doch plötzlich so "komisch" - Ja die Kriesjahre leben auch noch in uns als Nachkriegskindern weiter, z.B. scheinbare Gefühlskälte, Schweigen u. Ohnmachtsverhalten ...

vom 07.04.2017, 19.54
9. von MartinaK

Zwei Bücher, die mich sehr bewegt haben und durch die ich vieles verstehen und akzeptieren lernte:
Anne-Ev Ustorf - Wir Kinder der Kriegskinder
Jens Orback - Schatten auf meiner Seele

vom 07.04.2017, 18.30
8. von philomena

Die Bücher von S. Bode kann ich empfehlen. Ich habe im Februar an einem Seminar „Unsere Depression: die Generation von 1935 – 1965“ bei Dr.Zsok in Münsterschwarzach teilgenommen und dabei sehr viel gelernt und erkennen dürfen. Ich kann nur empfehlen, sich damit zu beschäftigen. Das erklärt dann viele Erlebnisse mit den Eltern, eigene Kindheitserfahrungen und vor allem Vieles, was einem als Kind "unverständlich" blieb. Diese Generation unserer Eltern war durch zwei schwere Kriegstraumatisierungen geprägt und hat nie gelernt darüber zu sprechen. Ihre Reaktion war Schweigen.
Ich danke dir Engelbert, dass du das Thema angestoßen hast.

vom 07.04.2017, 17.42
7. von Christie

Nun hast Du ein klares Bild Deiner Mutter gezeichnet. Sie hatte ein entbehrungsreiches, pflichterfülltes Leben an dem sie nicht viel Freude haben konnte. Eingeengt in Zwänge und ohne die liebevolle, fürsorgliche Wärme des Elternhauses, der Verzicht auf die Liebe ihres Lebens.......
Du bist über ihren Tod hinaus ein guter Sohn - auch wenn Du Dich von ihr freimachen und Dein eigenes Leben finden konntest - weil Du ihr nichts nachträgst und verstehst warum sie so war wie sie war.


vom 07.04.2017, 17.39
6. von Lieschen

danke Engelbert das du über deine Vergangenheit erzählt hast, wie du gelesen hast gibt es viele ähnliche Schicksale, die Nachkriegsgeneration hat so viel geleistet, wird aber heute nicht oder nur wenig wahrgenommen. Die Jüngeren sollten diese Bücher lesen, um zu verstehen. Ich für mich habe schon lange der Vergangenheit vergeben, aber nicht vergessen ich denke dir gehört zu meinem Leben. Dalai Lama sagte: Drop the thought, Laß die Gedanken fallen, nur so erlöst du ihn.
Hoffen wir alle, das sich kommende Generationen nie über solche Dinge Gedanken machen müssen.
Im Moment scheint es eher "duster" aus .


vom 07.04.2017, 17.37
5. von Keda

Das Buch von Sabine Bode
"Die vergessene Generation" beschreibt die Situation der Kriegskinder, Jahrgang 1930 - 1945.

vom 07.04.2017, 17.14
4. von Keda

@Madeleine,
ohne deinen Kommentar gelesen zu haben, habe ich gerade diese 3 Bücher hergeholt, um sie hier zu empfehlen.
Ich habe sie allerdings noch nicht gelesen....
Die Kriegserlebnisse der Eltern hinterlassen auch in den nächsten Generationen noch ihre Spuren (Epigenetik).
Man fragt sich oft, woher diese "Gefühlskälte" der Eltern kam, und auch man selbst war oft überrascht, wie man in einigen Situationen nicht mehr Wärme und Liebe den Kindern geschenkt hat, obwohl die Grundstimmung den Kindern gegenüber voller Liebe und Zuneigung war und ist.Heute würde man vieles lockerer sehen, oder ist das nur die "Weisheit" des Alters?
Die heutige junge Generation versteht wahrscheinlich mehr über diese Zusammenhänge....


vom 07.04.2017, 17.10
3. von Madeleine

Hallo zusammen!
Ich empfehle die Bücher von Sabine Bode, "Kriegskinder", u. "Kriegsenkel"...! Sehr aufschlussreich und weckt vielleicht ein besseres Verständnis? Auf jeden Fall lesenswert...

vom 07.04.2017, 15.36
2. von beatenr

Lieber Engelbert, danke, dass du uns in Meine Mutter 1 und 2 ein wenig aus Deinem, Euren Leben erzählst. In den Kommentaren lese ich viele ähnliche Geschichten, und, ja, das Thema Kriegskinder und Kriegsenkel und wie die Vergangenheit der Eltern uns betrifft - das beschäftigt mich auch immer wieder. Manchmal wundere ich mich, dass wir trotzdem, dennoch, irgendwie alles überstanden haben und weiterhin leben. Und dann bewundere ich Dich und was Du uns allen täglich schenkst. Trotzdem. DANKE.

vom 07.04.2017, 13.29
1. von gerda

# Verständnis, Verzeihen, Nachsicht ... manchmal denk´ ich, wir tragen heut´ noch Nachwirkungen vom Krieg ... od.

vom 07.04.2017, 12.47

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