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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: innenleben

gelegenheiten


Das Thema "keine Zeit" oder "verpasste Gelegenheiten" zieht sich durch die vergangene Woche wie ein roter Faden. Den Herbstwald ... den einen da. Der so traumhaft leuchtete, an dem ich aber nur vorbeigefahren bin.

Vielleicht will ich auch zu viele Gelegenheiten, so dass ich immer einige verpassen muss.
 

Engelbert 31.10.2004, 20.25 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

moralpredigt


Es hatte etwas länger gedauert, aber dann wusste ich doch, was ich wollte ... in der Bäckerei. Bekams auch und zahlte. Schon auf dem Weg zur Tür ...

... hörte ich ein "hallo" in meine Richtung. Es kam vom Nebenzimmer der Bäckerei, wo man sitzen und ein Käffchen trinken kann.

Den verklungenen Tönen folgend stand ich vor der Frau meines älteren Cousins. "Sieht ma disch a mool widder ... du hasch schunn lang nix mee vun dir heere losse" wurde ich begrüßt. Weniger freundlich denn mahnend.

Dann der berühmte Floskelaustausch, der zu Antworten wie "gut", "es gut", "so lala" und "blendend" führt. Der Wahrheitsgehalt dieser Worte ist als sehr oberflächlich zu bezeichnen, wenn er überhaupt vorhanden ist.

Auf die Botschaft, ich hätte mich schon lange nicht mehr gemeldet (was auch stimmt), gabs von mir die Antwort "ihr aa ned". Dies war die falsche Antwort. Denn es kam ein "ja ... alle ... muss isch doo noch was dazu saan".

Nein, bitte nix mehr sagen ... ich weiß, dass ich der bin, der sich zu melden hat. Ich bin ja auch jünger und später erwachsen geworden. Vielleicht habe ich den Erwachsenenstatus sogar noch gar nicht in ihren Augen.

"Du vernachlässigt deine Tante ganz schön ..." ... mitten auf den Gewissensbiß setzte sich dieser Satz. Ja, mache ich ... aber nicht in Gedanken. Ich mag meine Tante sehr und hab' ihr auch viel zu verdanken, aber ich war schon ein halbes Jahr nicht mehr bei ihr.

Ohne böse Absicht, einfach keine Zeit und soviel anderes Leben zu leben. Wenn die Tante anrufen würde, dass sie mich braucht, wäre ich sofort bei ihr. Und über ihren jüngsten Sohn weiß ich auch stets, ob es ihr gut geht.

Es ist nicht nur die Wellenlänge, es ist die quälende Zeit des Besuchs dort. Man hat sich nicht wirklich etwas zu sagen. Zwei Welten, die nicht verschiedener sein könnten. Hier die kreative, virtuelle, verspielte Welt und dort die konserative, moralisch-ernsthafte, nicht verstehende Welt.

Ich kann meiner Tante meine Welt nicht vermitteln, und wenn ich das täte, dann stünden meine Gedanken hauptsächlich auf dem Prüfstand, ob sie in Ordnung sind.

Ich mag sie sehr, meine Tante. Ich toleriere ihre Welt, aber kann sie nicht leben. Für mich sind Besuche ohne Konversation eine Qual. Ohne wirkliche Konversation. Man tauscht Informationen aus und hofft, dass sie als "ok" abgehakt werden.

Meine Antwort auf den Satz, ich würde vernachlässigen, war "halt mir hier jetzt keine Moralpredigten". Schließlich war das kein Vieraugengespräch, sondern eine weitere Person und die Bäckereibedienung waren auch da. Ein "denk mal darüber nach ..." begleitete mich auf dem Weg nach draußen.

Wie ich das hasse. Diese Moralpredigten, was ich zu tun habe. Niemand hat mir das zu sagen. Niemand, der nicht in meinen Schuhen steht und nicht bereit ist, sie sich wenigstens anzuschauen.

Man kann jemand mögen und ihm nicht fremd sein, auch wenn man keine regelmäßigen Besuchsintervalle pflegt.

Der nächste Besuch muss dann mit der Rechtfertigung eröffnet werden, warum man denn jetzt erst kommt. Man könnte sich ja auch einfach darüber freuen.

Ja, meine Tante hat, als meine Mutter starb, jahrelang für mich gewaschen. Und sie hat mich als einzige aus dem Freundes/Verwandtenkreis regelmäßig angerufen, als ich mit Krebs im Krankenhaus lag. Dafür bin ich ihr auch ewig dankbar.

Doch ich begebe mich nicht mehr in die unterwürfige Haltung, dass man doch soviel für mich getan hat. Ich möchte gerne akzeptiert werden, wie ich bin. Und das ist eben nicht möglich. Die Kleingärtnerwelt (nicht böse gemeint, nur zur Einordnung) wird mich nie verstehen. Sie wird auch nie verstehen, dass ich eine Fotoserie "vom Bach" mache, wenn ich nicht Geld damit verdiene. Einfach so ... warum denn das ? Ein leicht kopf schüttelndes Fragezeichenlächeln ... von meiner Webseite ganz zu schweigen. Das ist eine ganz andere, wirklich nicht wichtige Welt. Ich seh das natürlich anders.

Würde ich das schreiben, wenn die betreffenden Personen hier lesen ? Nein, denn dann müsste ich das nicht schreiben, weil alles anders wär. Andere Wellenlänge eben.

Man sollte Menschen versuchen zu verstehen und dabei keine moralischen Lineale an sie legen. Schließlich muss jeder mit sich irgendwie fertig werden, hat sich auch nicht in Gänze selbst gemacht und die Menschen sind so vielfältig wie ihr Umfeld und ihre Lebensgeschichten.

Natürlich werde (und muss) ich mal wieder meine Tante besuchen. Nicht sofort, die Genugtuung, dass ich erfolgreich gerüffelt wurde, gebe ich nicht.

Mein Wunsch wäre einfach, dass sie spürt, wie sehr ich (und Beate auch) sie mag. Und dass das wichtiger ist als regelmäßige Pflichtbesuche ohne innere Bindung.
 

Engelbert 29.10.2004, 09.29 | (19/1) Kommentare (RSS) | PL

6


Ich danke Dir, dass ich mit Dir üben durfte, meine Angst vor Nähe zu verlieren. Und dass ich es nicht geschafft habe, Dich kaputtzuüben.

Du bist immer noch hier und meine Wellen haben Dich weder bei ihrem Vorwärtsgang noch bei ihrer Flucht ertränkt.

So einiges Geschirr habe ich zerdeppert, bei großen und unerfahrenen Füßen passiert das leider ab und zu.

Viele würde ich gerne ungeschehen machen, doch für noch mehr bin ich unendlich dankbar, dass ich das erleben durfte. Mit Dir erleben durfte.

6 Jahre ist es her, seit Du meine Anzeige per Zufall gelesen hast. 6 Jahre ist es her, dass Du mir geantwortet hast und danach gehofft, der Brief möge nie ankommen ;). Doch gottseidank ist das nicht passiert. Der Brief landete bei mir und mein Schlusssatz im Antwortbrief "vielleicht macht ja der Findling (so hieß das Anzeigenblatt) seinem Namen alle Ehre und zwei Menschen finden sich") ist wahr geworden.

Ich wünsche mir noch viele weitere Jahre mit Dir, ich möchte mit Dir zusammen alt werden. Uralt. Am liebsten mit 100 (Du bist dann knapp 102) von der Bettkante fallen.

Bisher hast Du in jedem Jahr eine Zahl geschenkt bekommen. Mal aufgeklebte Unterlagscheiben, aus Papier ausgeschnitten oder mit dem PC ausgedruckt. Ich weiß gar nicht mehr, wie die anderen Zahlen aussehen. Aber ich bin sicher, Du weißt das auf Anhieb auch nicht *gg*. Am besten in der Schublade nachschauen ;).

Die Zahl in diesem Jahr gibts per Blog :)).



Ich liebe Dich.
 

Engelbert 15.09.2004, 14.09 | PL

sich erkennen


Die Faszination des Erkennens.

Wenn ich Bücher lese über Psychologie und dort werden Menschen oder Zusammenhänge beschrieben, in denen ich mich wiedererkenne, dann durchzieht es mich von oben bis unten. Das sind für mich Höhepunkte beim Lesen. Beate geht es auch so.

Und ich frage mich, ob das auch Anderen so geht, wenn sie sich in Büchern oder Geschriebenem allgemein wiedererkennen, dass das ein ganz besonderes Gefühl ist.
 

Engelbert 10.09.2004, 11.15 | (9/1) Kommentare (RSS) | PL

schwul (2) - das titelbild und die übelkeit


Es war zu der Zeit, als Prinzessin Di die Welt in Aufruhr versetzte. Posthum. Drei, Vier Tage nachdem der Prinzessin der Herzen ebensolches aufgehört hatte, zu schlagen.

Das Highlight des Jahres für die Presse (da ging sogar der Tod von Mutter Teresa unter).

In der Redaktion des Sterns kam Panik auf, hatte man doch als Titelbild den Boris Becker mit seinem Exclusivinterview eingeplant. Ein schönes anspruchsvolles Foto auf der Titelseite. Nu lebt der aber noch und die Prinzessin ist tot und somit viel wichtiger.

Was tun, sprach Stern und brachte eine Novität in die Zeitschriftenregale. Man machte um den Titelumschlag einen weiteren Titelumschlag. So dass es nun zwei Titelbilder zu sehen gibt, die Lady ganz vorne und wenn man die erste Seite aufschlägt, der Bobbele.

Zu dieser Zeit saß ich in der Kneipe im Kreis einiger Tischtennisspielte (ich spielte damals auch aktiv).

Ehrlich, wie ich nun mal bin und anscheinend wenig weitblickend meinte ich "das Titelbild vom Boris gefällt mir besser".

Kaum hatte ich diesen Satz gesagt, blärrte einer über den ganzen Tisch zu mir "du schwule Sau". Ich war zu überrascht, um schlagfertig zu sein. Heute würde ich ihm wahrscheinlich das Bier über den Kopf schütten oder den Schniedel abschneiden. Nein, ich würde das ganz anders machen.

Ich würde das so machen, wie ich es schon mal bei einem Kollegen gemacht habe. Ein sehr netter Kollege, über den ich nichts kommen lasse, aber eben ein sehr konseratives Weltbild. Aber er meinte, er müsse mir vom vermeintlich richtigen Ufer aus zuwinken. Damals war ich schlagfertig, als er mal wieder so eine Andeutung machte.

Ich ging zu ihm rüber mit strahlendem Lächeln und meinte sehr, sehr liebevoll "soll ich dich mal knutschen". Fast säuselte ich. Mit Erfolg. Dieser Herr bekam eine Blässe ins Gesicht, ihn schien ein temporäre und sehr heftige Übelkeit zu überfallen und mit jedem Zentimeter, den ich näher kam, wich er zwei von mir.

Ich bin dann nicht näher, er soll mir ja nicht vom Stuhl fallen. Vielleicht hatte ich ihn damit in seinem Glauben bestärkt, aber er hat NIE wieder eine Andeutung gemacht. Er wollte eben partout nicht von mir geküsst werden ;)).
 

Engelbert 07.09.2004, 15.48 | (0/0) Kommentare | PL

liebe


Ich habe mich noch nie bei einem Menschen so Zuhause gefühlt wie bei Dir. Ich hätte davon geträumt, wenn ich gewusst hätte, dass es sowas geben kann.
 

Engelbert 28.08.2004, 22.47 | PL

krebs (eine betrachtung)

Krebs. Ich hatte ein ganzes Leben lang Angst davor. Bis er dann kam. Bereits mit Metastasen, als er entdeckt wurde. Aussichten, dass ich überlebe, immerhin 75 %. Aber 25 % eben auch nicht ... was einem in diesem Moment wie eine Riesenzahl vorkommt. Zumal meine anderen chronischen Erkrankungen ja auch noch da waren.

Die Angst wurde mein Freund. Die Angst, nicht zu überleben.

Ich lebe heute noch, also habe ich überlebt. Aber nach der Angst, zu sterben kam die Angst, das der Krebs wieder kommt.

Doch irgendwann war da dieser Satz in mir:

Wenn ich Angst habe, schwäche ich mich, dann kommt der Krebs erst recht zurück. Je weniger Angst ich habe, zu sterben, je weniger Angst ich habe, wieder an Krebs zu erkranken, desto weniger Chancen gebe ich dem Krebs.

Unter diesen Satz könnte ich (c) Beate schreiben. Denn diese Denkweise hat sie mir eingeimpft, als ich, wenn wir irgendwo hingefahren sind, sagte "ist vielleicht das letzte Mal, dass ich das sehe".

Ich empfehle Euch, sagt so einen Satz nicht, wenn ihr Beate zur Frau habt. Denn da wird sie wild ;). Gottseidank !

Sie hat mir auch geholfen "leben wollen" und "die Angst nicht zum Freund der Krankheit machen" auf meine Fahne zu schreiben. Für diese Sätze bin ich Beate ewig dankbar und für den "was habe ich, was kann ich damit tun" auch.

Beate war mir in dieser Zeit (und ist mir natürlich auch heute noch) Rückhalt. Ich darf gar nicht anfangen negativ zu denken, da sehe ich schon ihre Stirnfalten ;).

Während meiner Auszeit war es zudem wichtig, mich nicht nur mit dem Krebs zu beschäftigen. Also suchte ich mir etwas, das mir half, meine Gedanken in andere Richtungen zu lenken. Und betrat die virtuelle Welt. Zuerst lange Zeit nur in Mailinglisten, bis mir jemand sagte, ich solle doch mal meine Gedichte auf eine Homepage stellen. Mittlerweile sind auf Seelenfarben weit mehr als nur Gedichte zu finden ;).

Krebs kann jederzeit zurückkommen. Auch bei mir, zumal der Ursprungstumor nie gefunden wurde. Schützen kann mich nur, wenn ich die Angst davor im Zaum halte.

Wäre da nicht dieser Traum gewesen. Den nicht ich geträumt habe, sondern jemand anderes, den ich nur vom Netz her kannte. Ein Traum, in dem ich irgendwann, wenn ich sehr krank bin, zu dieser Person gehen werde. Und mit ihr sprechen. Eine Art Abschiedsgespräch, das zeitlich gar nicht so weit entfernt sein soll.

Diesen Traum bekam ich per Mail erzählt. Ich bin damals innerlich fast zusammengebrochen.

Auch heute denke ich, wenn es mir nicht so gut geht, ab und zu an diesen Traum. Er durchzieht mich dann wie ein heißes Eisen.

Der Krebs hat mich verändert. "Ich" bin mir heute wichtig geworden und das, was "ich" will und was "mich" wohlfühlen lässt. Nicht auf Kosten Anderer natürlich. Es gibt wenige Freunde, die ich habe, das sind Menschen, die mich so akzeptieren, wie ich bin und deren Wunsch es ist, dass es mir gut geht.

Doch es gibt auch Menschen, die mit ihrer Vorstellung von den Dingen anderer Meinung sind als ich. Sie sind kein Maßstab (mehr). Wichtig bin ich. Und das ist gut so :).

Engelbert 15.07.2004, 18.41 | (6/1) Kommentare (RSS) | PL

heimat


Bei Dir kann ich Zuhause sein. Kann die Augen schließen und wenn ich eine Katze wäre, würde ich schnurren dabei. So viele schöne Dinge finde ich auf dieser Welt, Menschen, Gespräche, Bilder. Doch wenn ich mal "nichts" finden will, wenn meine Seele heimkehren will und einen Platz sucht, wo sie einfach nur "sein" kann, dann weiß ich, wo diese Heimat zu finden ist. Bei ((( Dir ))).
 

Engelbert 02.07.2004, 11.32 | PL

sein


Dort wo ich sein kann, wie ich wirklich bin, wo ich nicht lange überlegen muss, was ich sage und was nicht, dort sind mein Freunde zu finden.

Dort wo ich Clown sein muss, finde ich nur Zuschauer, die von mir Eintritt verlangen.
 

Engelbert 30.06.2004, 14.14 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

zwischen traum und tag


Von Dingen, die da kommen könnten, übermannt werden.
Wünschen, man wäre nur Zuschauer in einem Drama.
Fühlen aber, dass man selbst in diesem Film mitspielt.

Und dann: aufwachen. Feststellen, dass das Gedanken zwischen Traum und Tag waren.

Die seltsam klaren, auf eine Sache reduzierten Gedanken. Man glaubt, noch nie so klar im Kopf gewesen zu sein. Große Erkenntnisse über eine große Macht, die einen umgibt.

Es ist so seltsam in diesen Minuten morgens im Bett, wenn man nicht mehr schläft, aber noch nicht wach ist. Es fehlt das volle Denkvermögen und doch glaubt man in diesen Momenten, dass man mehr Überblick hat als sonst.

Wach dann, nach dem Kaffee, kommen die anderen Puzzleteile des Lebens angerannt und lassen aus dem kleinen Bildausschnitt wieder das ganze Bild werden.
 

Engelbert 07.06.2004, 11.50 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

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Sieht optisch schon mal toll aus mit den Gran
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