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schwul (3) - die relevanz des outings


Auf die Frage in den Kommentaren "warum ist es für manche Leute auch heute noch relevant ob einer schwul ist?" ... ach Gott, man spricht halt drüber ;). Noch ist schwul nicht so normal, dass man es nicht für erwähnenswert hält.

Das hängt m.E. damit zusammen, das ein Outing noch keine Normalität ist. Es ist immer noch eine "besondere" Meldung, wenn sich ein Prominenter als homosexuell outet.

Würde man die Jugendlichen bereits im Sexualunterricht befragen, wo denn ihre lüsternen Blicke landen und wäre es auch normal, wenn der eines Kerls beim wachsenden Bartflaum des Nebenmanns landet, dann würde man auch später nicht so viel Aufhebens machen.

So sind die alle hetero oder schweigsam. Eine große Mehrheit. Eine größere als die Statistik es zulässt. Dann ist der Satz "ich bin schwul" einer, bei dem mal wieder einer "zugibt" so zu sein. Da sagt einer von sich etwas, was schon so lange Bestand hat wie es verschwiegen wurde.

Je mehr Männer (gilt auch für lesbische Frauen) sich umso früher outen, desto "normaler" wird das und desto weniger Aufsehen erregt obiger Satz. Irgendwann wird er dann sogar in der Diskussion um den besten Torwart der Welt untergehen.

Aber so weit sind wir hier noch nicht. Die, für die Homosexualität eine Schande ist, gibt es noch. Die, die fragen, ob das nun auch so bleiben wird (denk doch noch mal drüber nach, Junge) gibt es auch noch. Sie werden aber weniger ... doch ob sie aussterben werden ??
 

Engelbert 07.09.2004, 15.48

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Kommentare zu diesem Beitrag

6. von sonja-s

@MissPig...Zitat
"Auf den Zusammenhang kommt's doch an. Denn das, was darauf folgt - Diskriminierung o.ä., kann schlimm werden."

Das ist auch meine Meinung.

Geredet wird doch über alles und jeden, das ist nun mal so und nicht weiter schlimm, aber was daraus gemacht wird, oder wie darüber gesprochen wird, darauf kommts an.

vom 08.09.2004, 09.40
5. von Elke alias Aluzza

Eine gute Freundin von mir ist bekennende Heterosexuelle. Ich finde es großartig, wie sie damit umgeht. Sie küßt ihren Freund sogar in der Öffentlichkeit (Männer küssen ... sowas würde ich ja nie tun). Nur frage ich mich, ob Heterosexuelle einander in der Öffentlichkeit auch erkennen, also eine Antenne füreinander haben. Bei uns Lesben (und auch bei Schwulen) funktioniert das sehr gut. An den Blicken mancher Hetero-Männchen bemerke ich allerdings defekte Antennen. Das finde ich beklagenswert.
Ich bin für mehr Toleranz gegenüber Heteros. Gruß Elke

vom 08.09.2004, 08.39
Antwort von Engelbert:

herrlich *lautgrins* ... ich bin auch für mehr Toleranz.
4. von Webschmetterling

Nabend Ihr`s ;-)

"Anders sein" hats zu jeder Zeit gegeben und wird es immer geben.

Als ich in der Lehre war (1963)hatte ich mich "heimlich" verliebt in den schönsten Mann der Stadt. Steht der doch eines schönen Abends unten am Kaufhof (meiner Arbeitsstelle) und wartet auf jemanden. Tja, wie ich dann erfuhr, war er mit unserem Metzgermeister liiert. Oh war die Enttäuschung groß. ;-)
Damals zu jener Zeit konnten sich diese Menschen nicht gut outen ohne große Nachteile erfahren zu müssen. Dieser Schönling hat letztlich eine Frau geheiratet um dem Gerede aus dem Weg zu gehen.
Viele Schauspieler, für die ich schwärmte, sind "anders".

Es ist wie es ist, ich denke nicht tiefer drüber nach; es wurde schon so viel über dieses Thema gebracht, dass es schon nicht mehr unnormal scheint. ;-)

Liebe Grüße vom Webschmetterling




vom 07.09.2004, 20.24
3. von MissPig

Auf die Gefahr, mich fürchterlich in die Nesseln zu setzen:

Schwul ist halt doch seltener (wenn auch über den Prozentsatz Uneinigkeit herrscht) als hetero - und damit ist's für die meisten nicht "normal", sondern "anders". Gar nicht böse gemeint, einfach erwähnenswert.

Und es klärt halt irgendwie auch die Situation - als Frau weiß ich, wenn mir gesagt wird, das einer schwul ist, daß er für mich nicht "verfügbar" ist - und manchmal (nicht unbedingt bei Prominenten) ist das gut zu wissen. Spart quasi Energien ;-)

Und, mensch, möchte ich immer sagen, wenn darauf rumgeritten wird, daß man darüber redet, daß jemand schwul ist: Reitet Ihr auch so d'rauf rum, daß Bemerkungen über's Aussehen gemacht werden, über Busengröße, über Haarfarbe, über Religionszugehörigkeit, über irgendetwas, was an jemand anderem so und nicht anders ist? Man redet halt über Leute, und es wird auch extrem Überflüssiges geredet - so what! Heiligenscheine gibt's dann im Himmel, auf der Erde sind sie dünn gesät.

Ich find's nicht schlimmer, zu erwähnen, daß jemand schwul ist, als anzumerken, daß eine Frau einen großen Busen hat oder einem Mann der Bauch bis zu den Knien hängt. Alles nicht besonders geistreich.

Auf den Zusammenhang kommt's doch an. Denn das, was darauf folgt - Diskriminierung o.ä., kann schlimm werden.

vom 07.09.2004, 19.10
2. von Freche Früchtchen

Also Themen hast du ;-)

vom 07.09.2004, 18.34
1. von Tin@

Ich finde, dass sich da schon enorm viel getan hat - solange ist es schließlich noch nicht her, dass schwule Männer für ihre "Abartigkeit" in den Knast gewandert sind. Heute können sie problemlos Bürgermeister unserer Hauptstadt werden und niemand stört sich so wirklich daran.

Ignoranten gibt es immer und wird es immer geben; heute sind es die Schwulen, morgen Ausländer und übermorgen Behinderte - irgendein Zielobjekt findet sich doch immer.

Tin@

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