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wahlbetrachtung


Der Wähler an sich ist doch hilflos. Er fühlt sich von der Politik nicht ver-, eher getreten. Also müsste er im Normalfall eine andere Partei wählen, die seine Interessen mehr im Auge hat. Eine solche Partei gibt es aber nicht.

Weil mit der Änderung der Partei sich nicht die Inhalte ändern, sondern nur der Verkauf derer sich anders anhört.

Die Parteien sind mittlerweile nur noch Erfüller dessen, was die Industrie mit teils erpresserischer Tendenz vorgibt. Misswirtschaft und Korruption werden weiter gepflegt statt bekämpft. Warum soll man auch den Sumpf bekämpfen, wenn man ihn selbst mit Matsch gefüllt hat.

Was hat nun der Wähler für Möglichkeiten ?

Selbst Politik machen ... doch seit wann lässt eine Partei eine von der von oben vorgegebenen Linie differente und kritische Meinung wirklich auch gewinnen. Diskutieren ja, aber es ändert sich nix. Die meisten Menschen in den Stadt- und Gemeideräten sind nur wegen der Erwartungen, dass das für irgendetwas gut sein kann, dabei. Außerdem ist man immer automatisch gegen die andere Partei, egal was die vorschlägt. Nicht für eine Sache, sondern für sich selbst und gegen die anderen.

Nicht wählen ... wäre auch eine Möglichkeit, um damit zu protestieren, aber die Regierungsparteien würden auch bei 20 % Wahlbeteiligung nur ein bißchen jammern und dann munter weiter regieren.

Und so glauben viele Wähler, sie können ihrem Unmut nur dadurch wirkungsvoll Stimme verschaffen, wenn sie die verpönten Rechtsparteien wählen. Nicht weil die es besser machen würden und auch nicht, weil sie die Vergangenheit wieder zur Gegenwart machen wollen. Sondern nur aus Protest. In der Hoffnung, dass der ein bißchen weh tut.

Jetzt aber die braune Gefahr wieder an die Wand zu malen, finde ich irrelevant. Es wird nicht mehr ein Deutschland wie in den 30er Jahren geben.

Diese Zeit sollte auch in unseren Gedanken vorbei sein, und wir sollten Dinge "heute" beurteilen und nicht immer "nu fängt das schon wieder an". Es fängt etwas ganz anderes an, laut zu werden, nämlich die Unzufriedenheit mit den Volksvertretern.

Diskussionen um braun und rechts führen an den Gründen, warum diese Parteien gewählt wurden, vorbei.

Nebenbei: es gibt keinen Grund, sich für das Wahlergebnis oder dafür, dass man Sachse ist, zu schämen. Die Politiker sollten sich schämen, die Leute zu solchen Wahlaktivitäten gebracht zu haben.
 

Engelbert 20.09.2004, 12.53

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Kommentare zu diesem Beitrag

10. von Georg

Gute Frage.
Das fängt damit an, dass ich jedem, wenn das Gespräch drauf kommt, sage, dass ich einen Naziwähler auch für einen Nazi angucke. Schon allein aus Respekt vor jeder Person muss ich davon ausgehen, dass jemand das was er durch sein Kreuz aussagt auch will. Ich vermute, dass viele Naziwähler noch garnicht begriffen haben, das bei der Wahl ihre Meinung zählt und Konsequenzen hat, weil sies aus dem Leben nicht gewohnt sind. Insoweit hast du natürlich mit dem Begriff auch recht. Dieses Bewußtsein kann ich aber nicht wecken,wenn ich das Wählen von Nazis als Protest abtue.
Ich denke es hilft wenig zu demonstrieren oder große Reden zu schwingen, sondern eher bei den "Grenzgängern" anzusetzen. Denn die typisch besetzen Themen, Ausländer, Aussiedler, Juden, Nationalstolz, starker Staat, werden ja in breiteren Schichten diskutiert. Und diese Themen finden in der Politik immer nur unter dem Teppich statt und werden schön geredet. An den Stammtischen wird da allerdings viel Unsinn geredet, der sich dann unwidersprochen verfestigt. Und bei diesen Leuten kann man noch widersprechen ohne das gleich der Baseballschläger geschwungen wird. Man muss dann allerdings auch bereit sein ihnen recht zu geben, wo sie recht haben. Ich muss diese Leute festnageln. Wenn es heisst Polen raus, muss klar angesagt werden: willste für den Lohn seinen Job machen oder lieber weiter Sozialhilfe kassieren, was unterm Strich mehr ist. Scheissrussen grölen und schwarze Zigaretten rauchen passt auch schlecht. In den kleinen Dingen ist es glaub ich wichtig auch dagegen zu reden um diesen Menschen bewußt zu machen das die plumpen Parolen nicht von allen geteilt werden und es auch Argumente dagegen gibt.

VG Georg

vom 23.09.2004, 20.16
9. von Georg

Ich gehe von der Mündigkeit der Bürger aus und das bedeutet für mich, dass knapp 10 % der Wähler die NAZIS gewählt haben. Es ist doch jeder für sein Verhalten verantwortlich. Man sollte diesen Wählern nicht die Protestausrede lassen. Und man sollte ihnen auch nicht das Feld überlassen und nur vom Staat oder Politik erwarten was gegen diese Menschen zu unternehmen.

Gruss Georg

vom 22.09.2004, 17.46
Antwort von Engelbert:

Ich denke, ein Frustwähler macht hauptsächlich ein Frustkreuzchen, mehr als dass er deswegen die Zustände der 30er Jahre wieder heraufbeschwören will.

Wie sieht denn Deiner Meinung nach das "dagegen etwas zu unternehmen" aus ? 
8. von Sandra

Ja, doch, für das Wahlergebnis kann man sich wirklich schämen. (Ich hab mich im übrigen auch für meine Landsleute geschämt, als die FPÖ 27% bekommen hat.) Wie hirnlos muss man eigentlich sein, um so einen Dreck zu wählen?? Und ja, die Deutschen (und Österreicher) werden es aushalten müssen, immer wieder mit der Vergangenheit ihres Landes konfrontiert zu werden, auch wenn die jetzige Generation damit nichts mehr zu tun hatte. Und die Wahlergebnisse geben nicht grade einen guten Beleg dafür ab, dass diese Vergangenheit zur Genüge aufgearbeitet wurde und auch beim letzten Bürger angekommen ist, was da wirklich vor 70 Jahren passiert ist... Wann soll man denn beginnen, sich Sorgen zu machen? Wenn die NPD 50% der Stimmen bekommt? Sorry, Engelbert, aber dieses Abwiegeln und Verharmlosen kann ich echt nicht nachvollziehen... im übrigen schliesse ich mich Bine an.

Lg
Sandra

vom 20.09.2004, 21.38
7. von Jörg

Lieber Engelbert,
jetzt hast du es dir sehr leicht gemacht. ;)
Biggi und Biene haben schon sehr viel zu diesem Thema gesagt, was ich voll unterschreiben kann. Es wird kein Deutschland der 30er Jahre wieder geben, das stimmt. Aber es könnte noch viel schlimmer kommen. Nicht alle Wähler haben aus Protest rechte Radikale (oder auch linke) gewählt. Viele sehen in diesem schrecklichen Gedankengut eine Chance für das Land. Denn dumm sind die Rechten nicht und sie wissen genau mit welchen demagogischen Mitteln sie ihre Hetze verbreiten können.
Dazu kommt noch, dass es schwierig ist, jetzt mit den Rechten im Landtag zu regieren. Man muß sich (ob man will oder nicht) mit ihnen abgeben. Sie "aussitzen" zu wollen ist nicht der richtige Weg.
Dann noch etwas, die Ortschafts- und Geminde- und Stadträte haben sehr wohl die Möglichkeit Politik zu machen. Und man ist dort nicht "automatisch" gegen die Vorschläge der anderen Partei. Das stimmt einfach nicht.
(Man muß schnell genug sein die guten Vorschläge der anderen als die eigenen zu verkaufen. ;)
Und noch zum Schluß: Was ist den die "Partei"? Das ist doch nichts anonymes, nichts Gegenstandsloses, nichts Geisterhaftes. Das sind ganz konkrete Menschen, die man anfassen kann, mit denen man reden kann (mit manchen jedanfalls ;-))). Und wenn sich ein paar der Menschen mit gesundem Menschenverstand und genug Sachwissen, die nicht machtorientiert auf ihre eigenen Pfründe schauen, bereitfinden würden Verantwortung in einer Partei für Deutschland zu übernehmen ....
Ich weiß, es ist Illusion, weil: "Macht korrumpiert". :)

Liebe Grüße
Jörg


vom 20.09.2004, 20.47
6. von Biggi

Doch, es gibt einen Grund, sich zu schämen. Natürlich nicht dafür, dass man Sachse ist. Aber wer seine
Stimme den Nazis gegeben hat, sollte sich schämen. Nichts, aber auch gar nichts sollte in diesem Land denkende Menschen dazu bringen, diese Partei(en) in einen Landtag zu wählen. Alle, die die gwählt haben, tragen Mitschuld, wenn es fortan noch weiter bergab geht in Sachsen und anderswo. Weil nämlich ausländische Investoren nur schwer werden verstehen können, wie es zu diesem Ergebnis kam. Und dann sicher lieber andernorts investieren als ausgerechnet in diesem Deutschland, dass schon einmal derart übel aufgefallen ist. Um es mal vorsichtig zu formulieren. Die Braun-Wähler sollen sich alle schämen. Und wenn es nur dafür ist, dass sie offenbar strohdumm sind.

"Jetzt aber die braune Gefahr wieder an die Wand zu malen, finde ich irrelevant. Es wird nicht mehr ein Deutschland wie in den 30er Jahren geben"

So? Woher willst du das wissen? Auch damals war Arbeitslosigkeit das größte Problem der Menschen....

Ich finde das arg blauäugig. Und: Man kann der Politik wirklich alles vorwerfen. Aber doch bitte nicht die tumbe Dummheit solcher Leute...


vom 20.09.2004, 20.20
5. von Herta

Hab es nat. auch ein bisschen verfolgt. Nur als Eure Nachbarin, denn Ihr Nachbarn u. innen seid auch für uns Meinungsträger. Bei uns wird am kommenden WE auch wieder mal abgestimmt.
Gruss Herta

vom 20.09.2004, 16.28
4. von Vodia

Engelbert,
nachdem ich Deinen Beitrag 3x! gelesen habe stimme ich Dir zwar in dem Punkt zu, dass der Wähler ziemlich machtlos ist und die ganze Wählerei eigentlich nur den Bürgern suggerieren soll sie hätten was zu mitzuentscheiden.

Wie blauäugig sind denn die Wähler?
Glauben die wirklich noch an die Wahlversprechen die vorher gemacht werden und nachher vergessen oder sich als nicht so ernst gemeint oder schlichtweg als nicht durchführbar erweisen?
(was jeder mit gesundem Menschenverstand auch hätte vorher durchschauen können! z. B. das großmaulige Versprechen: nach der Wiedervereinigung werde es niemand schlechter gehen. In dem Zusammenhang sei auch der Soli erwähnt, der nur kurzfristig erhoben werden sollte...)
Welcher Politiker hat noch nie gelogen?

Doch wenn ich wählen sollte, dann doch das kleinere Übel und nicht ein Größeres. Oder hofft man, dass auch die Braunen lügen? Leider fürchte ich die meinen das was sie sagen.

Bravo, dass man ihnen durch angebliche Protestwahl jetzt auch die Möglichkeit gibt das im Fernsehen zu äußern!
Das war ja wohl eine Vorschau darauf, wie schwer man sie wieder zum Schweigen bringt und loswird, was da gestern in der Wahlnachlesesendung passiert ist!

Protest JA, aber nicht so!

Gruß
Vodia

vom 20.09.2004, 14.50
3. von Sandra

nochmal ich - Bine hat mir sowas von aus der Seele gesprochen ...

vom 20.09.2004, 14.32
2. von Sandra

nun ja, hoffentlich hast du recht. Aber ich bin da ehrlich gesagt skeptisch. Für mich gilt: Wenn ich mich mit keiner Partei vereinbaren kann, dann wähle ich die, die meinen Ansichten am nächsten kommt, auch, wenn ich mich nicht 100 %ig damit identifizieren kann. Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand läßt einfach nicht zu, dass ich dann genau das Gegenteil tue. Das Schlimme an der Sache ist der Gedanke: Was ist, wenn die betreffenden Wähler sich genau das gleiche gedacht haben und auch so gewählt haben?

Zu meiner Skepsis: Ich fahre gelegentlich noch nach Sachsen und weiß, wie der verbliebene Rest meines dortigen Bekanntenkreises darüber denkt. Er ist ziemlich scharf zweigeteilt in rechts und links. Da gibts traurigerweise kein Dazwischen mehr. Und so wählt man auch - meiner Meinung nach aus Überzeugung und nicht aus Protest. Ich könnte das jetzt noch weiter ausführen, aber ehrlich gesagt bin ich mir jetzt schon nicht mehr sicher, ob ich noch auf "senden" klicken sollte. Ich tu's jetzt einfach...

Liebe Grüße
Sandra

vom 20.09.2004, 14.28
1. von Bine

Hallo Engelbert,

Du beziehst Dich, vermute ich mal, auf eine Diskussion in meinem Blog. Darum möchte hier meine 5 Cent dazu.

Nein, ein Deutschland wie in den 30er Jahren werden wir wohl nicht mehr bekommen, Gott sei Dank. Aber eins wie Hoyerswerda, in dem Asylantenheime brennen; eins in dem "Anders sein" verprügelt wird, das schon. Die Angst kann man nicht beschreiben die herrschte als Asylantenheime brannten. Und sooo lange ist damals noch nicht her. Das waren Rechte, Anhänger jener Parteien die jetzt wieder gewählt wurden.

"Protest" ist diese Art zu wählen sicher, aber was steht hinter diesem Protest? Parteivorsitzende, die sich nicht scheuen absolut rechte Propaganda ins Mikrofon zu brüllen - und Jugendliche, die diese Propaganda bzw. die angebliche Lösung glauben.

Unzufriedenheite mit Volksvertretern und 9,4 % einer gewissen Partei haben sicher einen gewissen Zusammenhang. Aber ich finde es schon mehr als bedenklich, das als reine Unzufriedenheit mit den gängigen Parteien abzutun. Denn nicht die, die die Stimme aus Protest abgeben sitzen jetzt im Landtag, sondern Parteibosse die Gedankengut verbreiten, bei dem mir schlecht wird.

Ich denke dieser "braune Sumpf" der sich schleichend überall wieder breit macht, der ist in Zeiten einer gewaltbereiter werdenden Jugend und in Zeiten einer Jugend die leider oft unter Perspektivlosigkeit leidet, schon als Bedrohung anzusehen. Protest gewählt - den rechten zumindest - habe ja überwiegend junge Wähler. Und die sahen - so man den Aussagen meiner Omi glauben kann - auch vor mitlerweile 70 Jahren die Lösung in rechtem Gedankengut. Womit eben schon eine Parallele gezogen werden kann. Ich denke aber, so weit sind wir Gott sei Dank NOCH nicht. Aber wenn wir nicht NEIN sagen???????

Es stimmt schon, die Ursachen müssen auch gesucht werden - aber andererseits sollte auch darüber aufgeklärt werden, wer oder was da jetzt Entscheidungen in einem Landtag mittrifft. Und das Ergebnis dieser Wahl sollte sehr, sehr nachdenklich machen.......

Tschüß

Bine

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