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dieser seltsame, so ruhige morgen


Diese seltsame Stimmung, dieser seltsame Morgen.

Um 4 Uhr aufgestanden und nicht wach geworden. Noch lange nicht wach geworden. Die Stille der Nacht in den Tag hinübergerettet. Die Müdigkeit auch.

Das Oldie-Radio spielt Elton John und Jimi Hendrix. Ich mag den Jimi nicht, doch er spielt nur neben mir und nicht zu mir. Cindy Lauper meint, dass Mädchen Fun wollen und ich hab' den Fun einfach ausgeschaltet. Tut mir leid für die Cindy, die mag ich nämlich. Nur gerade jetzt eben nicht.

Es ist ein schöner Morgen, ein ruhiger Morgen. Einer der Morgen, an denen man viel Zeit hat. Die verplempert man so lange, bis man wieder keine Zeit hat. Mein Zeitmanagement hat allerdings nicht versagt, ich habe keines.

Was ich habe, sind meine Gedankenwolken weiß/grau/dunkelgrau, die ich im Verhältnis 1 zu 4 zu 4 in die Zukunft schicke.

"Man soll erst über Brücken gehen, wenn sie vor einem sind", diese Weisheit lacht an mir vorbei. Ich lache nicht, ich weine nicht, ich bin nur. Ich mache das, was ich ab und zu richtig gerne mache. Einfach drauf los schreiben, treiben lassen.

Sind wir nicht alle Treibholz ? Sind wir nicht alle gestrandete Boote und haben aus unseren Trümmern neue Boote gebaut. Fahren sie an Klippen und schleppen sie in die Werft. Sonnen uns in der Flaute, trotzen dem Sturm oder gehen darin unter.

Die Ruhe in mir will nicht aufwachen. Ich weiß schon, warum ich so ruhig bin ab und zu. Es sind nicht nur die Gedanken ... und mehr schreibe ich nicht dazu. Man ist ja hier im Netz auf einem PräsentierSezierteller. Es ist nur eine Illusion, einfach mal alles aufschreiben zu können. Virtuell zu schreiben ist, als wenn du jemand alles ins Gesicht erzählst. Nicht einfach losplapperst, sondern die Dinge direkt jemanden ins Ohr legst.

Nicht nur jemanden, allen. Menschen, denen du nichts erzählen würdest, hören das genauso laut, mindestens. Man klebt an eine Plakatwand mitten in der Stadt in großen Lettern "mein Tag" und dann steht da alles, was die Menschen interessiert. Oder nicht.

Hach, ich liebe es, loszuschreiben. Mit den Buchstaben mitzulaufen. Nicht wissen, wohin ich eigentlich laufe. Böse Zungen würden jetzt wieder behaupten, dass ich lieber leichtere Dinge tue. Lieber schreiben als mich von den Pflichten rufen lasse.

Seltsamer, tauber Morgen. So ruhig ... und Wind weht lautlos Nachbars Fahne



Er scheint Deutscher zu sein. So böse quergestreift die Fahne, sonst wäre es ja ein Belgier. Schon lange wollte ich über diese Fahne, die auf jedem meiner "Webcam"-Bilder klein zu sehen ist (es hat nur noch niemand entdeckt), schreiben. Aber nicht an einem dieser seltsamen ruhigen Morgen.

ruhig  und mein Geist schwebt

Landeklappen ausfahren, Leben in Sicht, bitte bereiten sie eine zweite Tasse Kaffee. Schon wieder mein Krüger-Cappuccino Stracciatella. Gibt leider kein Bild davon im Internet und ich ahne schon, was das bedeutet. A) die Webseite ist nicht auf dem laufenden Stand oder b) diese Sorte Cappuccino wird es bald nicht mehr geben. Ich würde ja dann den da trinken, aber diesen gibt nur auf der Webseite, doch im Supermarkt habe ich ihn noch nie gesehen.

Und nun habe ich ihn tatsächlich im Netz gefunden, auf einer anderen Shopping-Seite.

Ach was, ich trinke weder noch, sondern ... mal sehen, was ich in der Küche finde. Vielleicht sollte ich auch sitzen bleiben, denn bestimmt werde ich im Augenwinkel das Geschirr sehen, das "spül mich" ruft. Dieser Ruf würde aber diesen ruhigen Morgen zum normalen Tag machen. Und wer will das schon ...

Ich könnt' noch lange weiter schreiben, bis der Scrollbalken immer kleiner wird. Aber wer will das schon ... kleine Scrollbalken sind so bedrohend, weil man garantiert zuwenig Zeit hat, alles zu lesen. Ich muss mal den Silvio fragen, ob er nicht die Designblogs auf eine Erzählversion umprogrammieren kann. Man öffnet ein Tagebuch, schließt die Augen und lässt sich die Einträge erzählen.

Ja, genau, das wäre das ultimative Online-Tagebuch. Der Schreiber freut sich über die Zuhörer und weiß nicht, dass die längst eingeschlafen sind. An einem so ruhigen Morgen.

Der Schreiber weiß auch genau, wie melancholisch das heute klingt und er müsste dann im Schlusssatz den LeserHörer aufwecken, in dem er sagt, dass er keinesfalls traurig ist, sondern gut gelaunt. Aber ganz ruhig gutgelaunt. Mit viel Lust am endlosen Schreiben. Und viel Illusion, dass das alles gelesen wird.

Ich selbst könnte ja so lange Texte nicht lesen, da würde mein Geist zwischendrin wegzappen und ich dreimal mit dem Lesen anfangen müssen. Dreimal erfolglos. Aber Schreiben geht ja leichter wie lesen.

Soll ich mal mit dem Schreiben aufhören, frage ich in meinen Spiegel. Doch mein Bild dort drin ist auch schon eingeschlafen. Es erschreckt, als ich an das Spiegelglas klopfte und gibt mir die Antwort "hör' auf". Aber er meint ja das Klopfen und nicht das Schreiben.

Mein Gott, 9 Uhr und 5 Minuten in Deutschland, und ich schreibe und schreibe. Wahrscheinlich schreibe ich solange, bis es zu regnen beginnt. Aber ganz ruhig ...
 

Engelbert 19.03.2004, 09.04

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Kommentare zu diesem Beitrag

6. von stoffel

Moin Engelbert,
ich hab Deine Zeilen mit Genuss und in Ruhe gelesen :) Dadurch wurde Dein ruhiger Morgen zu meiner ruhigen Nacht ...
LG
Stoffel

vom 19.03.2004, 23.57
5. von Ingrid

Hallo Engelbert,
ich lese eigentlich auch alles, egal, wie lang es ist. Aber sag mal, wieso stehst du denn schon um 4 Uhr auf? Nütze doch die Zeit, wo du noch nicht arbeiten gehen musst und bleibe länger liegen. Auch wenn du nicht mehr schlafen kannst, aber einfach so vor dich hindösen und ausrasten. Die Zeit, wo du wieder aufstehen musst, kommt ohnehin unweigerlich auf dich zu!

vom 19.03.2004, 21.50
4. von

.. ich les gern mit
egal wann, egal wie lang und überhaupt. Danke,d ass wir an all Deinen Gedanken teilhaben dürfen...
lg pat

vom 19.03.2004, 16.12
3. von Hanni

Mein Gott, Walter......

vom 19.03.2004, 11.37
2. von birgit

guten morgen :)))))
eher schon guten tag :))))
hach ja diese ruhigen zeiten...
oft nachts wenn alle schlafen oder morgens nach einer durchwachten nacht am pc nach ungezählten tassen kaffee oder cappucchino...
und diese angewohnheit sich sorgen über ungelegte eier zu machen (wie meine mutter das nennt und ebenfalls gern betreibt) hach ja
ich versuche mittlerweile ganz bewusst diese gedanken loszulassen und zu vertreiben...
und immer öfter gelingt es mir auch...
und zum stimmungsaufhellen lese ich dann gern auf deinen seiten...
hihi und wohin soll ich dich jetzt schicken???
*tröstwuschel* geniess den ruhigen tag heute :))))))))
liebe grüsse birgit

vom 19.03.2004, 09.33
1. von M.One

Guten Morgen,
bei uns hats schon geregnet, aber nur ein paar leise Tropfen...
Stürmisch ist es draussen, aber durch das Fenster seh ich es nur an den Flaggen des Autohauses nebenan.
Der Himmel ist furchtbar grau und wolkenverhangen.
Ich wünsch Dir einen Lichtblick heute, der das Verhältnis 1 zu 4 zu 4 positiv verändert! ;o)
Liebe Grüße,
M.One (SiMone)

vom 19.03.2004, 09.11

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