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oktopferfest



Auwei ... ich hatte zuerst Oktoberfest gelesen. Wäre zwar noch ein bißchen früh, aber damit fängts ja im September schon an. Und für so manchen wäre es ein Opfer, wenn sie übers Oktoberfest laufen müssten ... also doch ein Opferfest.

Das Fest, das hier aber gemeint ist, wird auch Eid ul-Adha genannt und ist das höchste islamische Fest. Es wird zum Höhepunkt der Wallfahrt nach Mekka gefeiert und dauert vier Tage.

Zum Fest gehört es, ein Tier zu opfern, das Fleisch wird Familien-, Verwandten- und Bekanntenkreis verspeist, ein Teil wird traditionell unter den Armen und Hungrigen verteilt. Geopfert werden je nach Region Schafe, Ziegen, Rinder, Kamele oder Wasserbüffel.

Zum Opferfest gehören auch ein gemeinsames Festgebet und nach dem Gebet geht man meist zum Friedhof, um der Toten zu gedenken und für sie Koranverse und Bittgebete zu lesen. Der Rest des Tages wird mit Besuchen der Verwandtschaft und Bekanntschaft verbracht. Dabei werden meist in großer Runde diverse Gerichte und Getränke angeboten. Man macht sich gegenseitig und oftmals auch den Bedürftigen Geschenke. Sowohl die Männer als auch die Frauen ziehen sich besonders schöne oder neue Kleidung an. Auch das Haus ist festgemäß vollkommen aufgeräumt und gesäubert.

Es hat sich eingebürgert, dass während des Opferfestes die Kinder beschenkt werden; in größeren Städten finden auch kirmesartige Kinderbelustigungen mit Karussells und Zuckerwatte etc. statt.

Engelbert 21.08.2018, 23.55

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Kommentare zu diesem Beitrag

8. von Gabi K

Enelbert, so wie du es hier beschreibst, klingt es wie Weihnachten.... Irgendwie haben alle religiösen Feste ihre Höhepunkte, denen die Menschen entgegen fiebern. Und das ist schön.
Warum Muslime allerdings in der größten Hitze in eine der heißesten Gegend der Erde pilgern "müssen", erschließt sich mir nicht. Aber das muss es auch nicht. Das müssen die Menschen selber entscheiden.

vom 24.08.2018, 22.25
7. von christie

@Achim
aus Österreich einen herzlichen Gruß in das ferne Land in dem Du derzeit arbeitest. Dein Bericht war sehr interessant.

Das Opferfest ist hier in Österreich eigentlich kein Thema. Man weiß dass es diesen Brauch gibt. Man hört auch oft von den vielen Toten auf dem Weg nach Mekka. Man akzeptiert diesen Brauch, ist aber froh, nicht dort und dabei sein zu müssen.
Ein unangenehmer Umstand ist das Schächten der Schafe, das von Zuwanderern trotz Verbot erfolgt Für die Menschen die dieses grausame Töten zelebrieren mag das selbstverständlich sein - für uns aber nicht. Dass es zwar verurteilt, aber dennoch geduldet wird von unseren Behörden finden die meisten Österreicher nicht in Ordnung.

vom 22.08.2018, 19.32
6. von Defne

@ixi
Ja das ist das verrückte an Religionen, sich bei Hitze dick einzunummen weil ein Prophet das so gesagt haben soll.
Oder wie Achim geschrieben hat bei über 40 Grad die Wallfahrt in Mekka zu machen anstatt bei kühleren Temperaturen im Winter, die Religion schreibt es so vor und der muß gehorcht werden. Jedes Jahr sterben dabei viele Menschen und finden es dann noch toll bei der Wallfahrt gestorben zu sein.
Aber auch andere Religionen sind seltsam: Anbetung eines Kindes das von einer Jungfrau geboren wurde, ein neugeborenes Kind der Erbsünde zu bezichtigen usw.
Ich lasse lieber meinen gesunden Menschenverstand walten und versuche ethisch zu leben und der Natur und den Menschen keinen Schaden zuzufügen.

vom 22.08.2018, 18.46
5. von gudi wi

hatte mich heute früh gewundert, da ich vom nachbarhaus die kinder hörte, die ja eigentlich in schule oder kindergarten sein sollten. etwas später wurde es dann noch lauter, da kamen wohl noch andere kinder zu besuch, ein baby weinte, erwachsene hörte ich dann auch - erst als ich engelberts eintrag zum opferfest las, wurde mir klar, dass drüben eine art 'weihnachten' gefeiert wurde.
und eine frühere kollegin meines partners machte auch die pilgerfahrt mit und kam sehr fromm und kopftuch-tragend aus mekka zurück. es scheint einen sehr grossen einfluss auf gläubige musline zu haben.

vom 22.08.2018, 18.16
4. von lamarmotte

@ ixi, @ Achim:
Danke für Eure Kommentare - ich fand sie beide (obwohl so unterschiedlich) interessant.

vom 22.08.2018, 17.16
3. von ixi

Kürzlich bei der großen Hitze traf ich eine Dame mit langem Kleid und Kopftuch an der Bushaltestelle und kam mit ihr ins Gespräch weil ich sie gefragt habe, ob diese Kleidung im Moment bei der Hitze nicht belastend sei. Das sagte sie mir, sie sei in Mekka gewesen und dort bekam sie durch den Propheten den Auftrag sich mit Kopftuch zu kleiden, das hätte sie vorher nie getan und jetzt müsse sie das immer machen weil sie das dort gesagt bekommen hat - sie würde sich wünschen dass sie nicht oder erst Jahre später gepilgert wäre, dann brauche sie diese Kleidung jetzt noch nicht zu tragen.

Ich gebe das jetzt so weiter wie ich diese Frau verstanden habe.



vom 22.08.2018, 15.45
2. von Achim

Ich bin gerade in Saudi Arabien, allerdings nicht in Mekka sondern in Medina. Wir arbeiten hier für 2 Wochen an einem Eisenbahnprojekt. Das Opferfest ist der letzte Tag der jährlichen 4 tägigen Pilgerfahrt Hadsch. Diesmal waren ca. über 3 Millionen Pilger in Mekka. Im örtlichen Fernsehen wird viel live davon berichtet. Hier sind zur Zeit zwischen 42-46°C. Es ist eine unvorstellbare logistische und organisatorische Leistung der örtlichen Verkehrsbetriebe, der Polizei und des Betreuung bzw. medizinischen Personals. Riesige Zeltstädte, freie große Straßen, da das Pilgern hier überwiegend zu Fuß geschieht. Nur eine Pilgeraufgabe sei mal genannt. Die Pilger verbringen einen Tag bei dieser Gluthitze am Berg Arafat, ohne Sonnenschirm. Hier bekommt man eine Vorstellung, wie stark diese Religion von ihren Mitgliedern verwurzelt ist und welchen enormen Einfluss sie auf deren Leben hat. Hier herrscht ein Bauboom ohne Gleichen, ein extrem hartes Arbeiten für die vielen Gastarbeiter hier. Und eine Besonderheit sei noch erwähnt, wenn ein Gebäude, Wohnanlage, Fabrik gebaut wird, dann ist die Moschee als erstes fertig, und in den Fabriken oder Institutionen gibt es immer einen oder mehrere Gebetsräume.5 mal am Tag sind die Gebetszeiten, da ruht der Betrieb und die Arbeit weitestgehend. Ehrlich gesagt ich gönne diese Zeit besonders den im Freien arbeitenden Leuten.
Viele Grüße aus dem fernen KSA, Achim

vom 22.08.2018, 08.21
1. von Defne

Ich habe das ja in der Türkei jahrelang erlebt.
"Es wird zum Höhepunkt der Wallfahrt nach Mekka gefeiert", das ist nicht richtig sondern andersrum: Zum Zeitpunkt des Opferfestes wird nach Mekka gepilgert bzw. endet die Mekkawallfahrt dann auch mit dem Ende des Opferfestes. Man kann zwar schon zu einem anderen Zeitpunkt nach Mekka pilgern das soll aber nicht so wirksam sein wie zum Opferfest, deswegen begeben viele sich in diese oft lebensgefährliche Situation. Die Mekkawallfahrt dauert ja schon ettliche Tage. Meine (Ex)-Schwiegereltern waren zweimal in Mekka.
Die Mekkawallfahrt ist schon was wichtiges bei seriösen Moslems. Aber ich habe öfters den Ausspruch gehört man könne nicht nach Mekka fahren denn anschließend müsse man dann wirklich solide Leben.
Am ersten Tag des Opferfestes wird ein Tier geschlachtet, früher wurde das selbst gemacht und jetzt gibt es Orte wo man Schlachten läßt. An diesem Tag liegt morgens eine gespenstige Spannung in der Luft. In der Gegend wo ich gewohnt habe hatten die Nachbarn oft vorher wochenlang eine Ziege im Garten die sie vor dem Schlachten noch ordentlich angefüttert haben. Ich habe mit diesen schönen Tieren mich unterhalten und war dann ganz traurig wenn sie zur Schlachbank geführt wurden.
Nach dem Schlachten haben die Frauen dann die Arbeit das Tier weiter zu zerteilen und zu verkochen. Das am ersten Tag gekochte Fleisch schmeckt mir gar nicht weil es meistens sehr zäh ist und besser wäre wenn es abgehangen würde.
Je mehr Geld man hat um so größer ist das geopferte Tier. Auch bei irgendwelchen Anliegen wird unter dem Jahr ein Tier geopfert. Herrn Erdogan empfehle ich also gegen seine selbst verursachte Wirtschaftskrise einen Ochsen oder ein Kamel zu opfern.

vom 22.08.2018, 06.46

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