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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: innenleben

meine mutter (2)

Natürlich konnte sie nichts dafür ... sie war ja selbst Opfer der Zeit, der Geschichte. Kinderjahre in der Kriegszeit, eine sehr bestimmende, konservative, gefühlsarme Mutter, der Vater früh gestorben, sie durfte den Mann ihrer Liebe nicht heiraten, drei Ehen gescheitert, Krankheit ... das sind keine Voraussetzungen für ein selbstbewusstes, stabiles Leben. Ihr Leben war Pflicht, Arbeit, Kümmern ... und Grübeln.

Engelbert 07.04.2017, 12.21 | (11/0) Kommentare (RSS) | PL

meine mutter

Ich soll doch mal mehr zu meiner Mutter sagen ... nun, es gibt nicht viel mehr zu sagen. Ich denke nur selten an sie und gehe genauso selten zum Grab. Die Zeit mit ihr ist Vergangenheit ... sie hat mich sehr geliebt, aber auch sehr geklammert. Nicht alles, was gut gemeint ist, ist gut. Mein Leben begann nach ihrem Tod. Vorher war ich nur Sohn. Mit leider zu viel Angst und zu wenig Selbstvertrauen, um mich zu lösen. Und zu viel "kann doch nicht weg, ich bin doch alles, was sie hat". Ich war in der Situation einfach gefangen. Sie wäre für Beate die ideale Schwiegermutter gewesen (genau so eine hatte Beate sich immer gewünscht), aber meiner Mutter hat es leider auch verhindert, dass ich eine Frau kennen lernen konnte. Um das alles genau zu beschreiben, müsste ich viel mehr Worte machen, aber ich will nicht ... es war wie es war und gut. Niemand hatte es böse gemeint, es war nur viel Ratlosigkeit, Grübelei, Angst im Raum. Und keine Freunde. Und viel Pfichtbewusstsein und das elendige "was sagen die Leut".

Engelbert 06.04.2017, 18.29 | (23/0) Kommentare (RSS) | PL

beachten, ignorieren, tanzen, erledigen, schlafen

Ich mag nicht, wie immer mehr die Gesundheit in den Vordergrund rückt und die anderen schönen, leichten, sonstigen Sachen erstmal hintenan stehen. Erst mal die Termine organisieren, die störenden Kleinigkeiten registrieren und immer öfter den Verschleiß begutachten, der einfach da ist. Man sollte nichts Gesundheitliches ignorieren, aber auch diesen Dingen nicht mehr Beachtung schenken als notwendig, denn manches ist viel Angst und wenig dahinter oder erledigt sich von selbst. Wenn es da nicht die Kleinigkeiten gäbe, die man im Nachhinein besser nicht ignoriert hätte.

Beate hat zur Zeit z.B. einen Druck im Oberbauch, auch im Kreuz ... das kann vegetativ, orthopädisch oder innerlich sein. Diese Fragezeichen tanzen erst mal munter im Kreis herum.

Tun, was zu tun ist und nicht vergessen, andere Dinge, die nichts mit Pflicht, Sorgen, Erledigen zu tun haben, zu finden und auch den Kopf dafür zu haben, was am Schwersten ist.

Mich überfordert das Aufräumen und die Renovierung, die Steuer 2014 muss noch gemacht werden (auch so ein Berg), alles Dinge, die auch tanzen. Wäre schön, dem schlafend auszuweichen, aber wenn man aufwacht, ist alles wieder da, hilft also auch nichts. Aber wem erzähle ich das.

Engelbert 12.01.2016, 14.28 | (32/0) Kommentare (RSS) | PL

offen statt fehlerfrei

Es gibt natürlich einen Perfektionismus des Verhaltens, der moralisch und ökologisch einwandfrei ist ... und viele Menschen sind ihren Worten nach auch so.

Und es gibt die einzelnen kleinen individuellen Schwächen, bei denen man vom perfekten Verhalten abweicht ... aus Lust, Bequemlichkeit, Sparsamkeit oder anderen Gründen. Diese Schwächen bleiben aber weitgehend geheim. Weil man sich nach außen hin ja möglichst perfekt gibt, um ja keine Angriffsfläche zu bieten oder um zu zeigen, wie fehlerfrei man doch ist.

Ich bin nicht fehlerfrei ... und ich habe mich für Offenheit entscheiden ... und spreche auch mal (und das ganz bewusst) von Dingen, die ich nicht ganz so perfekt mache (und nicht zu ändern gedenke) ... ich weiß selbst, wie ich mich verhalten müsste, damits perfekt und unangreifbar wäre ... und ich könnte einfach so tun als ob ... aber das wäre nicht ich.

Engelbert 02.03.2015, 23.15 | (30/0) Kommentare (RSS) | PL

die platten

Ich wollte ja schon die ganze Zeit und will weiterhin und hätte demnächst auch den Platz dazu, um alle meine Platten zu sichten und die auszusortieren, die ich behalten möchte.

Doch ich glaube, das wäre falsch ... ich müsste jetzt, genau jetzt, schauen, ob ich Wiederverkäufer finde, die alle meine Platten nehmen und ich schaue nicht mehr durch. Denn wenn ich da durchschaue, dann wirds mir weh und weher und es dauert und dauert und zum Schluß habe ich Platten da stehen, die ich auch nur "habe". Aber ich höre sie nicht mehr, alleine schon aus Zeitgründen.

Deswegen alle Platten weg und die CDs behalte ich ... im Moment habe ich einen kleinen seelischen Minimalabstand zu den Platten, alleine schon deswegen, weil ich sie lange nicht mehr in Händen hatte ... dieser Abstand wäre sofort wieder weg, wenn ich sie in die Hand nehme, um zu schauen, was ich behalte und was nicht.
 

Engelbert 22.01.2015, 11.01 | (20/0) Kommentare (RSS) | PL

stärker

Ja, war gestern zeitweise ein ganz harter Tag ... aber heute gehts mir besser denn zuvor. Ich hab nämlich gemerkt, dass das geht ... sich abends hinzusetzen und trotz allem die Ruhe zu finden, um ein neues Türchen zu gestalten.

Und dann haben einige Leute in die Kommentarfunktion zurückgefunden, was mich sehr freut. Wer nicht kann oder nicht will oder mit dem Adventskalender nix anfangen kann, war ja eh nicht gemeint.

Wird nicht wieder vorkommen, solche Kommentareskapaden wie gestern ... ich lasse mir doch nicht von Lesern, die zum ersten Mal hier erscheinen (oder für den einen Kommentar den Namen wechseln müssen) und auch nicht von denen, die "hier gefällts mir nicht, aber ich muss täglich reinschauen" sagen, auf ganz normale Einträge völlig überzogene und unsachliche Kritik ins Kreuz werfen. Da bin ich mir zu schade dafür. Und Seelenfarben auch. Das ist nämlich immer noch etwas Besonderes in dieser immer schnelleren und oberflächlicheren Welt.
 

Engelbert 11.12.2014, 13.44 | PL

das kind in den arm nehmen ?

Sorry, ich versteh's nicht ... warum sollte ich das tun ? Das Kind ist doch in Ordnung, ist liebenswert ... es müsste nur beschützt werden, was aber rückwirkend nicht möglich ist. Auch in den Arm nehmen kann nicht ungeschehen machen, dass es keine Freunde hatte, dass es körperlich das schwächste Kind der Klasse war, nicht sportlich und jeden Tag Angst hatte, auf dem Weg von der Schule nach Hause verhauen zu werden. Weil man ihm das angedroht hatte, um ihm Angst zu machen. Umwege ist das Kind gelaufen, aus Angst. Das kann ich durch "in den Arm nehmen" nicht wieder gut machen ... was in der Schule passiert, ist prägend fürs Leben ... meines hat es so geprägt, dass ich lange Zeit kein Selbstvertrauen hatte und mir das mühsam erarbeiten musste. Weder das Erinnern an damals noch das an die Hand nehmen können etwas an der Vergangenheit ändern, und mich mit ihr zu versöhnen, ist nicht möglich.
 
Nachtrag: Aber was damals passiert ist, das bestimmt mich heute nicht mehr. Es ist nur so und ganz normal, dass ich Bilder von damals mit den Erinnerungen an damals anschaue ... also muss ich nicht immer wieder drauf gucken.
 

Engelbert 31.03.2014, 11.17 | (29/3) Kommentare (RSS) | PL

zerrissen



Hab grad ein altes Bild von mir gefunden ... keine Ahnung, wie alt ich da war ... dürfte an Fasching gewesen sein und ich war Cowboy ... passt überhaupt nicht zu mir ... aber ich wusste damals noch nichts von dem, was in mir zu finden war ... ich wusste auch nicht, dass ich im weiteren Leben so gut wie nie meine alten Bilder anschauen werde ... es gibt nichts in meiner wohlbehüteten Kindheit, an das ich zurückdenken möchte ... ich lebte, solange ich denken kann, auf einem anderen Planeten als auf dem meine Familie und Verwandtschaft lebte. Liebe ja, aber nie das Gefühl so, wie ich bin, akzeptiert zu werden.

Auch heute noch lebe ich auf einem anderen Planeten ... doch nun lade ich auf meinen Planeten Gäste ein und sie kommen gerne und immer wieder.

Meine Vergangenheit lade ich nicht in meine Gedanken ein, dazu ist mein Verhältnis zu ihr zu zerrissen. Und genau das habe ich gerade mit dem Bild getan.
 

Engelbert 29.03.2014, 18.28 | (31/5) Kommentare (RSS) | PL

wo kam das viele zeug her ?

Wo hab ich eigentlich das ganze Zeugs bzw. die Zeitschriften und Co. alles her ?

Ich war früher (bis Mitte/Ende der 90er Jahre) ein regelmäßiger und begeisterter Flohmarktbesucher ... trug immer viele und stets schwere Tüten ans Auto und hatte *seufz* einen der größten Flohmärkte auch noch in der Nähe (immer am 1. Samstag im Monat in Homburg).

Viele meiner Platten und viele meiner Zeitschriften hab ich von dort. Mit Ausnahme der frühen Meine Familie & ich-Hefte, die hat meine Mutter damals gekauft und deswegen hänge ich auch irgendwie dran ... weil ich die damals schon gerne angeschaut habe ...

... und ich glaube sowieso, dass alles, was so zuviel irgendwo liegt, Erinnerungen sind. Man trennt sich leicht, wenn man nicht an eine Erinnerung gebunden wird oder die Erinnerung nicht mehr so wichtig ist. Ist sie aber schön und fühlt sich wie Heimat an, dann bleiben auch die Dinge, die damit verbunden werden.

Meine Platten waren mein Leben (oder meine Traumwelt), da ich ja keine Freunde bzw. Freundinnen hatte ... und deswegen sinds auch so viele geworden und deswegen sind sie immer noch da.

Was aber auch da ist ... Stau ... ein Renovierungsstau, ein Aufräumstau, ein Erledigungsstau ... es ist eine ziemlich schwierige Zeit, weil soviel aufgelaufen ist.

Jetzt geht auch noch die Heizung kaputt. Und unterm Fenster bröckelt die Wand. Und neben dem anderen Fenster ist es undicht. Und ich möchte Überblick haben und die Möglichkeit, Dinge gezielt zu finden.

Wenns zuviel wird, sieht man mich manchmal gelähmt daneben sitzen, statt es tatkräftig weniger werden zu lassen. Weil weniger gar nicht einfach ist.

Das große Problem des Entsorgens ist ja, dass irgendwo irgendjemand das bestimmt gerne haben möchte, brauchen kann, etwas dafür zahlen würde. Und aus genau diesen drei Gründen liegen die Dinge dann immer noch und immer weiter da rum, weil man sie doch nicht einfach wegwerfen kann, weil irgendjemand und irgendwo und irgendwann und vielleicht.
 

Engelbert 19.08.2013, 13.36 | (32/1) Kommentare (RSS) | PL

wie immer, nur schlimmer

Tja ... vor zwei Monaten hab ich mir ausgedacht "3 Tage aufs Essen achten, 4 Tage normal" ... und das hat am Anfang auch gut funktioniert ... 2-3 Kilo waren weg, ich hab mich besser gefühlt ... dann kamen Tage mit Mottos wie "aber morgen wieder", "ich bin so heiß auf Eis" oder "hmm eigentlich wollte ich" und irgendwie fand ich mich nach einer Phase gehaltenen Gewichtes dann eines Tages verdammt schwer auf der Waage wieder.

Es war ja auch so heiß ... viel zu heiß für Bewegung. Fürs Essen gings komischerweise noch. Schleichend, aber unaufhaltsam näherte sich mein Feind, Der Schweinehund, immer wieder ... er stand da so unschuldig und schwanzwedelnd, rieb seinen struppigen Kopf an meinen Beinen und schwupps ... hatte er mich beeinflusst ... ach lass mich noch ein bißchen liegen und Hunger hab ich auch.

Jaja, meinen Humor hat er mir noch gelassen ... Galgenhumor. Das erheitert den Geist des Lesers ... aber nicht den Körper der Schreibers. Dem gehts alles andere als frischfröhlichfrei. Eher so, als hätte der Schweinehund Steine gesammelt, um sie mir in den Bauch zu legen. Damit ich mich wie der Wolf und die sieben Geislein gleichzeitig fühle.

Immer wieder steht im Lebenslauf
Ab morgen pass ich besser auf
Doch es scheint noch immer nicht genug
Denn immer wieder steh ich vor dem Brunnen mit dem Krug
Wenn er bricht
endet das Gedicht

Guck mal wie süß ... der Schweinehund schläft im Körbchen ... damit er morgen wieder fit ist.
 

Engelbert 11.08.2013, 20.30 | (24/0) Kommentare (RSS) | PL

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